»Ich habe einen Spaziergang während der übrigen Erbauungsstunde gemacht«, sagt er zu Eugenie. »Da Sie zu den Bekehrten zählen, Fräulein Eugenie, könnten Sie ja den Correpetitor des verlorenen Sohnes machen, wollen Sie nicht? Von so schönen Lippen nehmen die verlorenen Söhne noch am liebsten die Lehren der Weisheit an.«
Pipin gesellt sich zu mir. Nach einem beklommenen Schweigen sagt er mit erstickter Stimme:
»Lieber Gott! Was für Hoffnungen habe ich auf diesen Tag gesetzt! Und jetzt kommt es mir vor, als ob alle enttäuscht und schlecht aufgelegt wären, nicht bloß ich.«
In meiner Verstimmung antworte ich: »Pipin, es wäre das Gescheidteste, Sie würden endlich einen Strich darüber machen. Es kann Ihnen ja nichts als Enttäuschung auf Enttäuschung bringen.«
»Einen Strich machen? Worüber einen Strich? Warum einen Strich?«
»Aber Pipin! Dieses viele Fragen ist wirklich ermüdend!«
»Verzeihen Sie! Ich« – er schweigt hilflos. Nach einer Pause aber fährt er doch fort: »Ich habe wirklich nicht verstanden, was Sie meinen.«
»Desto besser! Dann lassen wir die Sache.«
»Ach so – jetzt verstehe ich! Sie meinen Elmenreich? Aber gleich einen Strich über ihn machen, das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Es ist wahr, er hat den Grafen durch sein Benehmen tief gekränkt – aber sagen Sie selbst, mußte man nicht etwas Aehnliches von ihm gewärtigen? Auf den ersten Anlauf ist so eine Festung wie er nicht zu nehmen. Meinen Sie wirklich, daß da alle Mühe vergeblich ist?«
»Ich habe nicht Elmenreich gemeint –«