Aber Elmenreich war entschieden nicht gesonnen, sich seine Laune durch Reminiszenzen verderben zu lassen. Die Gelegenheit war zu günstig; nun ließ er sich die Zügel schießen. Er begoß den unglücklichen Tänzer mit der Lauge seines Spottes; er sprudelte von witzigen Einfällen und vernichtenden Bosheiten über, und ergötzte sich selbst so sehr an dem Feuerwerk, das er hervorbrachte, empfand eine so große Lust an dem glänzenden Spiel seiner eigenen Gedanken, daß er ganz das Aussehen eines freudigen, selbstbewußten, hochgemuten Menschen bekam, der das Leben als ein königliches Kampfspiel aufnimmt und seinen Platz siegreich behauptet.

* * *

Pipin saß mit einer wunderlichen Miene bei Tisch. Wenn man ihn anredete, antwortete er in feierlicher Geistesabwesenheit; er hörte gewissermaßen nur mit einem Ohre zu, während er mit dem anderen einer fernen Musik zu lauschen schien.

Kaum waren wir mit dem Essen fertig, als er Elmenreich bat, ihn nach Hause begleiten zu dürfen. Und mir flüsterte er zu: »Kommen Sie mit, gnädige Frau; wenn Sie dabei sind, ist er doch eher für etwas zu haben.«

Wir setzen uns an den Tisch im Freien, wo Elmenreich nachmittags seinen Tschibuck zu rauchen pflegt und über die Hecke weg mit jedem dritten Menschen, der vorübergeht, ein Gespräch abhält.

Dort zieht Pipin mit vieler Behutsamkeit ein kleines Paket beschriebener Blätter aus seiner Brusttasche. Blaß vor Bewegung legt er sie Elmenreich hin. »Die ersten Beiträge«, lispelt er fast unhörbar.

Elmenreich ergreift sie mißtrauisch und betrachtet sie von vorne und hinten. »Von Ihrer Hand –?«

»Abgeschrieben«, ergänzt Pipin eilig. »Denn da der Meister eine so unleserliche Schrift hat –«

»Danke. Da weiß ich schon genug!«

Er schiebt die Blätter energisch von sich weg. Pipin schiebt sie tapfer wieder zurück.