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Aus den Visionen des Meisters.
Von dem alten Tempel.
Und ich sahe und sieh, da war das Land von geschäftigen Händen voll und rings ein Gewimmel wie in einem Erdhaufen, den die Ameisen errichtet haben.
Und ich sahe die Mauern des alten Tempels, die umfassen viele Morgen Landes. Aber seine Vorhöfe waren verwüstet und seine Säulen geborsten, daß sie das Dach nicht mehr konnten tragen.
Und Schutt lag zu Haufen weit über das Land und bedeckte die fruchtbare Erde, daß die junge Saat nicht konnte aufgehen, und mußte ersticken unter den toten Steinen.
Und viele sahe ich, die waren emsig am Werke und arbeiteten mit Spaten und Aexten und Hämmern und wollten einreißen die alten Mauern und abtragen den baufälligen Tempel.
Unter den Streichen ihrer Aexte beben die Pfosten und die geborstenen Säulen wanken.
Und sie achten nicht des Staubes, der den Himmel verfinstert, noch des Schuttes, der sich mehret und das fruchtbare Erdreich ersticket.
Und wenn ein Ziegelstein vom Dache fällt, erhebt sich ein Geschrei der Freude unter denen, die da am Werke sind; und wenn ein Halm grünen will auf dem Schutt, zu dem sprechen sie: Unkraut, und zertreten ihn mit dem Fuße.
Und abermals sahe ich viele, die trugen herbei neue Bausteine und Mörtel, die Sprünge zu verkitten, so die Mauern zerreißen, und schnitten neues Holz, die morschen Balken zu stützen, und gruben in dem Schutt nach den verlorenen Kleinodien des Tempels.