»Nein,« entgegnete ich. Sie drückte mir die Hand, und ich verließ sie voller bewegten Herzens. –

Wenn ich einmal verheirathet sein werde, dann will ich Julchen Hermann für mein Haus zu gewinnen suchen, da soll sie noch viel Liebe finden. Meine Frau soll die Geschichte erfahren, und wenn sie sie jetzt nicht etwa schon liebt – man kann's ja nicht wissen – dann wird sie's nachher sicher. Julchen wird dieser Frau eine sehr kräftige Stütze werden, ich nenne sie freilich immer alt, deshalb ist sie aber noch nicht gebrechlich, und hat sie auch einmal Migräne, so legt meine Frau die Hände auf sie und Alles ist gut. –

Gott segne alle guten Menschen, Dich auch recht sehr, liebe Pauline! Schreibe bald wieder.

Justus.

Den 13. October.

Kleines Mädchen, ich fühle mich sehr behaglich auf Gottes schöner Welt, und er hat mir einen netten Platz und entsprechende Arbeit darauf angewiesen. Der liebe, großmüthige Herr Gott hat mich ohne Zweifel wirklich recht lieb, sonst könnte er mir nicht so viele gute Menschen in den Weg schicken und mein Herz so fröhlich machen.

Sonntags kam ich aus der Kirche, – ich schäme mich dieses Ganges keineswegs, ich fühle mich darin ganz behaglich, ganz zu Hause, ich habe gesungen wie die Andern: Befiehl du deine Wege u. s. w. – also ich kam aus der Kirche, und stehe mit der kleinen Johanne, die ihrer Bonne weg- und mir entgegen gelaufen ist, und plaudere ganz freundschaftlich, als »Grafs« kamen. Der liebe Engel grüßte, bevor ich meinen Hut herunter hatte, wie Maienlicht und steuerte auf uns los.

»Wissen Sie, lieber Herr Brand, was wir in dieser Woche für ein Fest feiern?« frägt sie. Ich wußte von nichts. »Königs Geburtstag, am 15.,« fuhr sie fort, »und ich führe zur Verherrlichung des Tages etwas im Schilde gegen Sie.« – Ich stellte mich ihr mit allen meinen Kräften zur Disposition.

»Eigentlich muthet Ihnen meine Frau ein starkes Stück zu,« bemerkte der Graf, »aber sie hat ein merkwürdiges Vertrauen zu Ihnen.«

Ich fühlte mich erröthen und sah die edle Dame dankbar an; sie lächelte und sagte: »O ja, sein Sie dessen ganz gewiß, was ich aber wünsche, ist gerade nichts Gewaltiges, es handelt sich nur um ein Paar Transparente zum Festtage, nicht wahr, Sie machen sie gerne? wir wollen recht schön am Abende illuminiren.«