Wups verkroch er sich wieder hinter die Blätter. Er wollte ja sehen, aber selber nicht gesehen werden.
Jetzt ließen schon mehrere Vöglein ihre Stimme erschallen und als gar ein Nußhäher mit lautem Schrei sein Erwachen ankündigte, da wurde es rings lebendig.
Dicht neben Flipsius regte es sich. Eine Amsel kam geschäftig dahergetrippelt und machte sich mit Klopfen und Pochen an der breiten Spalte in der Rinde einer morschen Eiche zu schaffen bis aus dem Innern des Stammes ein feines Stimmchen antwortete.
Da bog Frau Amsel mit ihrem Schnabel ein Farnkraut beiseite, das den Eingang versperrte und heraus schlüpfte ein Elflein zart und rosig, rieb sich die Augen, gähnte recht herzhaft und schaute umher, ob auch kein Lauscher in der Nähe sei.
Dann hüpfte es vergnügt zu einem großen Fliegenpilz, in dessen Mitte sich eine Menge Tautropfen gesammelt hatten, ließ das Hemdlein aus allerfeinstem Nebelbatist herunter bis auf die zarten Füße und wusch Gesicht, Brust und Arme, daß es eine Lust war.
Flipsius lächelte und hielt den Atem an – es sah ja gar zu lieblich aus.
Als nun das ganze Geschöpfchen schön sauber war bis hinter die winzigen Ohren, griff die kleine Elfe zum Handtuch aus Spinnengewebe, das nebenan auf einer Distelstaude hing und trocknete und rieb sich ab; zuletzt kamen die Aeuglein daran. Da stieß sie einen gellenden Schrei aus, so daß Flipsius sich vor Schreck beinahe verraten hätte, hielt beide Hände vor's Gesicht und rief: »Mein Auge! Oh mein Auge! Helft mir doch! Herbei! Herbei!«
Da kamen von allen Seiten viele, viele andere Elflein herbeigeeilt, besahen das kranke Auge, betrachteten das Handtuch, das an dem Schmerz schuld sein sollte und rangen ratlos die Hände.
Endlich erschien Frau Amsel, brachte auf einem Frauenmantelblatt kühlenden Morgentau für das geschwollene Auge und sagte: »Ich hole den Doktor Humpelpumpel. Mit Eurem Heulen und Zetern ist da nicht geholfen!« und flog eilends davon.