Wie aber die Einzelstelle ihre Kraft letzthin aus dem Ganzen zu empfangen hat, so muß auch der Fortgang ihres Lebens vom Gesamtleben umfangen bleiben. Das um so mehr, als das Gesamtleben kein leeres Gefäß ist, sondern als schaffendes bestimmte Richtungen in sich trägt und Forderungen stellt, auch besondere Erfahrungen in Auseinandersetzung mit der menschlichen Lage macht; diese Forderungen und Erfahrungen hat die Einzelstelle erst herauszuarbeiten und bei sich zur Wirkung zu bringen; ihr Geschick wie ihre Aufgabe klärt sich ihr nur vom Ganzen her auf. Indem aber ihr Ziel und Los auf das des Ganzen aufgetragen wird, gewinnt ihr Leben unmittelbaren Anteil an Weltgeschehnissen und damit eine Größe; wird jene Verbindung unterbrochen und der Einzelpunkt lediglich auf sich selbst und sein Verhältnis zur Umgebung gestellt, so muß das Leben rasch in ein Sinken kommen; denn dann bleibt es an den kleinmenschlichen Kreis gebannt, und aller Radikalismus, mag er sich noch so wild geberden, der innerhalb dessen entstehen mag, befreit nicht von jener inneren Bindung und kleinmenschlichem Spießbürgertum. Es gibt keine Freiheit und keine Größe ohne ein Durchdringen zu den ursprünglichen Quellen des Lebens, wie es nur durch ein selbständiges Aneignen des Gesamtlebens möglich wird. Demgemäß haben auch die Wirklichkeiten der besonderen Kreise innerhalb der Bewegung des Gesamtlebens zur Wirklichkeit zu verbleiben, darin ihre Aufhellung und auch ihr Maß zu finden. Darin allein können sie sich auch untereinander zu einem Lebensgewebe verbinden. So stellt sich das Leben als eine unbegrenzte Fülle von Teilwirklichkeiten innerhalb einer Gesamtwirklichkeit dar; die Beziehung der Einzelenergie zur Gesamtenergie hat dabei als begründend allen Beziehungen zu den einzelnen voranzugehen, da diese eine innere Erhöhung, ja Umwandlung erst von jener zu empfangen haben. Es hatte daher guten Grund, wenn nicht nur große Religionen, sondern auch philosophische Gedankenwelten darauf bestanden, daß alle Beziehungen von Mensch zu Mensch, alle gegenseitige Liebe auf das Verhältnis zu Gott und die in ihm erwiesene göttliche Liebe gegründet und dadurch veredelt werde. Nur eine solche Begründung ergibt eine innere Gemeinschaft des Lebens und ein gegenseitiges seelisches Verständnis, während der dem bloßen Nebeneinander angehörige Mensch einer seelischen Vereinsamung nicht entgehen kann.
Wie aber in der Kraft, so müssen auch in ihrer Arbeit die einzelnen Lebensgebiete vom Ganzen umfangen und von ihm gerichtet bleiben, um nicht den Zusammenhang mit den ursprünglichen Lebensquellen zu verlieren. Die verschiedenen Lebensgebiete bedürfen das in verschiedenem Maße, im besonderen notwendig ist die Wahrung des Zusammenhanges den Gebieten, die als Träger geistigen Schaffens nur dadurch eine eigentümliche Aufgabe und eine sichere Stellung gewinnen wie die Religion, die Kunst und auch die Philosophie. Sie alle sinken und lassen den geistigen Gehalt zugunsten technischer Leistung verkümmern, wenn sie jenen Zusammenhang lockern oder wohl gar verschmähen. Wie wollte zum Beispiel die Philosophie mehr werden als eine Zusammenstellung der Einzelwissenschaften oder eine nicht sehr fruchtbare Fachwissenschaft neben anderen, wenn sie nicht ihre Hauptaufgabe darin fände, die Forderungen, welche der Aufstieg des Lebens zur Selbständigkeit enthält, deutlich herauszuarbeiten und sie gegen den Widerspruch der nächsten Welt zu vertreten? Solche Fassung macht die Einzelgebiete keineswegs zu bloßen Anwendungen einer schon gesicherten und abgeschlossenen Wahrheit, ihre besonderen Erfahrungen und Leistungen können auch das Gesamtleben fördern und weiterführen, aber das nur unter Versetzung auf seinen Boden.
Diese Forderung eines Zusammenhanges der Einzelgebiete mit dem Ganzen der Lebensentfaltung gibt der weltgeschichtlichen Bewegung der Menschheit einen hohen Wert auch für das Lebensproblem, sie drängt zur Ausbildung einer weiteren Gegenwart gegenüber der des bloßen Augenblicks. Denn den geistigen Kern jener Bewegung bildet das Sichselbersuchen und Entfalten des Lebens; darin sind eigentümliche Linien vorgezeichnet, Eröffnungen erfolgt und Erfahrungen gemacht, welche sich von der Zufälligkeit der Zeitlagen abzulösen vermögen, alle weitere Bewegung begleiten und Forderungen an sie stellen; so wenig das der Gegenwart die eigene Arbeit abnimmt, es kann sie in dieser erheblich fördern, sofern nur im geschichtlichen Befunde eine gründliche Scheidung von Zeitlichem und Ewigem erfolgt; eine solche Scheidung läßt sich aber nur vom Ganzen des Lebens aus vollziehen. Denn nur bei diesem kommen wir auf den letzten Punkt der Entscheidung, nur von hier aus wird ein endgültiges Urteil darüber möglich, was von den Erzeugnissen der bloßen Zeit angehört, und was über sie hinaus in eine ewige Ordnung weist.
Die durch das alles gehende Anerkennung eines Hervorgehens der Welt und Wirklichkeit aus der eigenen Bewegung des Lebens ist das sicherste Mittel, den Menschen von der Herrschaft des bloßen Intellekts zu befreien, wonach gerade unsere Zeit aus ganzer Seele schmachtet, ohne es genügend erreichen zu können. Denn solange die Welt als eine gegebene Wirklichkeit uns gegenübersteht, wird es immer der Intellekt sein, der eine Verbindung mit ihr herstellt und damit die Führung des Lebens an sich nimmt, erst wenn die Welt als ein Erzeugnis schaffenden Lebens und innerhalb dieses befindlich erscheint, tritt die Tat an die erste Stelle. Gewiß wird auch bei ihr als einer geistigen das Denken eine große Rolle spielen, aber es bildet dann nur die Form, in der sich das Leben entfaltet, eine Form, die eine Erfüllung und Belebung erst von dem wirklichkeitschaffenden Selbst erwartet; von diesem Selbst abgelöst werden die Erzeugnisse des Denkens bloße Schatten und das aus diesen bestehende Reich ein Scheinersatz echter Wirklichkeit. Die Welten aller großen Denker waren an erster Stelle Erweisungen ihres Selbst, Erhaltungen dieses Selbst; nur das gab ihnen ihren Charakter.
Alles miteinander verlegt das Leben mehr in die Innerlichkeit zurück, aber in eine Innerlichkeit, welche nicht nachbildender, sondern schaffender Art ist, welche nicht neben den Dingen steht, sondern sie aus ihrem eigenen Grunde hervorbringt. In einer solchen Innenwelt wird für die Einzelenergie zum Grundverhältnis des Lebens das Verhältnis zur Gesamtenergie, nur dann vollzieht sich die gesamte Lebensentfaltung innerhalb einer bei sich selbst befindlichen Welt, und gehört dieser Welt alles an, was den Grundbestand des Lebens betrifft. Hier steht in Frage das, was in der Sprache der Religion Rettung der Seele heißt. Das besagt zugleich, daß, was hier geschieht, gewonnen oder verloren wird, an Gehalt und Wert alles andere unvergleichlich überragt, was sonst dem Menschen zufallen und zur Aufgabe werden kann.
Eine derartige geistige Innerlichkeit kann sich aber nur behaupten unter steter Abwehr eines Eindringens bloßmenschlicher Elemente und eines Sinkens unter die Zwecke der bloßen Menschen. Die Geschichte zeigt hier einen durchgängigen Gegensatz niederer und höherer Art. Einerseits das Streben, alle Lebensbewegung dem Wohl des bloßen Menschen dienen zu lassen und ihn in seiner natürlichen Lebenshaltung dadurch zu stärken, andererseits eine Entfaltung vom Ganzen des Lebens her und damit eine Emporhebung über den bloßen Menschen; dort bei aller Geschäftigkeit eine innere Leere und ein Abhängigbleiben von der menschlichen Vorstellungsweise; hier eine Herausbildung von Lebensinhalten und das Aufnehmen eines Kampfes gegen jene Vorstellungsweise; dort bleibt der Mensch bei allem Sichstrecken nach außen hin im Kerne unverändert, hier heißt es, ihn innerlich zu erweitern und den Schwerpunkt seines Wesens zu verlegen. Am deutlichsten ist dieser Gegensatz wohl bei der Religion. Denn alle Gemeinschaft von Worten, Formeln und Einrichtungen verdeckt nicht den weiten Abstand zwischen einer Religion, die dem Menschen, ohne ihn wesentlich umzuwandeln, Glück und Fortbestand verheißt, und einer Religion, welche ein neues Leben verkündet und in dieses den Menschen versetzen will. Nur so gefaßt kann sie als lauterer Selbstzweck wirken, nur so auch den Vorwurf widerlegen, ein Erzeugnis bloßmenschlicher Begehrung und Meinung zu sein. Denn nun wird sie aus einer Selbsterhaltung des bloßen Menschen eine Selbsterhaltung des Lebens beim Menschen; was sie aus einer solchen an neuen Gehalten eröffnet und mit überlegener Macht an ihn bringt, das kann mit seiner Unendlichkeit, Ewigkeit, Vollkommenheit kein Machwerk des bloßen Menschen sein, das bedeutet augenscheinlich die Erschließung eines neuen Lebens. Ähnlich steht es mit den anderen Lebensgebieten; sie mußten oft genug dem bloßen Menschen dienen, aber sie verloren damit eine Selbständigkeit, einen inneren Zusammenhang, einen eigentümlichen Gehalt. Das ändert sich nicht wesentlich, wenn für den einzelnen Menschen das Nebeneinander der Menschen, die Masse, eingesetzt wird; denn die Summierung befreit nicht von der Abhängigkeit gegen bloßmenschliches Wohl und Wehe, sie ergibt keine höheren Ziele. Hier liegt eine nicht geringe Gefahr für die an sich so segensreiche soziale Bewegung, sie kann ein inneres Sinken nicht vermeiden, wenn sie als ein bloßes Mittel für das menschliche Wohlsein behandelt, was ohne innere Zerstörung keine solche Unterordnung verträgt. Wo zum Beispiel das Recht in dieser Weise behandelt wird, da verliert es alle eigentümliche Art, da steigert es nicht den Lebensgehalt, da hört es auf ein selbständiges Lebensgebiet zu sein. Das Durchschauen dieses inneren Gegensatzes einer bloßmenschlichen und einer selbständigen Behandlung der Lebensgebiete erzeugt aber unmittelbar die Forderung, die Vermengung, die das Durchschnittsleben beherrscht, mit aller Energie zu bekämpfen und den Geistesgehalt der Gebiete als Glieder eines großen Lebenszusammenhanges deutlich herauszuarbeiten.
Was die eigentümliche Art dieser Lebensbewegung an die einzelnen Lebensträger und Lebensbereiche an Forderungen stellt, das dürfte besonders deutlich aus der Vergleichung mit der modernen Lebensordnung erhellen. Diese hat einen eigentümlichen Charakter vornehmlich dadurch erhalten, daß sie die Kraft zum Kern des Lebens machte und in ihrer Entfaltung und Steigerung seine Hauptaufgabe fand, an ihre Lösung vornehmlich Gelingen und Glück des Lebens band. So hieß es beim Individuum alle Kraft zu entfalten, so wurde in Staat und Gesellschaft möglichst alle Kraft zur Betätigung aufgerufen und auch das gemeinsame Wirken vornehmlich auf das Ziel der Befreiung aller Kräfte gelenkt, so wurden die verschiedenen Kulturgebiete namentlich danach geschätzt und gestaltet, was sie der Kraftentwicklung leisteten, so bestand selbst die Neigung, das Weltall als einen großen Kraftkomplex zu verstehen. Mit solcher Steigerung der Kraft schien auch das Glück ins Unermeßliche zu wachsen. Die Durchführung dieses Strebens hat unendlich viel Schlummerndes geweckt, Starres in Fluß gebracht, uns mehr Macht nicht nur über die Umgebung, sondern auch über uns selbst gegeben, sie hat damit den Gesamtstand des Lebens beträchtlich gehoben. Aber diese Lebensordnung der Kraftentfaltung ließ auch manches verloren gehen, sie hat eine sehr bestimmte Grenze gezeigt. Denn so notwendig die Entwicklung der Kraft, sie ist mehr ein Mittel für ein höheres Ziel als ein vollgenügender Selbstzweck; wird sie als ein solcher betrachtet und behandelt, so entsteht die Gefahr, daß das Leben ein rastloses Weiter- und Weiterstreben werde, nie zu einem Ruhen in sich selbst und daher auch nie zur Herausbildung eines Inhalts gelange, demnach bei aller Aufregung und bei allen Erfolgen im Einzelnen als Ganzes schließlich ins Leere verlaufe. Die Gegenwart empfindet das schon deutlich genug, und sie empfindet zugleich die Notwendigkeit, über diesen Abschluß des Lebens hinauszukommen. Das kann aber nur geschehen, wenn die Kraftentwicklung einer überlegenen Ordnung des Beisichselbstseins des Lebens und der Inhaltsbildung eingefügt wird, es gilt durchgängig von den bloßen Kraftkomplexen zu bei sich selbst befindlichen Lebensenergien, zu Lebenszentren zu streben, so bei allen Lebensträgern und in allen Lebensgebieten. Eine solche Lebensenergie mit einem selbständigen Zentrum muß das Individuum, müssen Staat und Gesellschaft, müssen die einzelnen Lebensgebiete, muß schließlich auch das Ganze des Weltalls werden. Die Bildung einer solchen Energie fordert aber das Erringen einer inneren, der Mannigfaltigkeit überlegenen und sie durchdringenden Einheit, das kann aber den einzelnen Stellen nur innerhalb des Ganzen und im Schöpfen aus ihm gelingen. So gilt es durchgängig eine Wendung des Lebens nach innen, während die bloße Krafterweisung es unvermeidlich nach außen kehrt und bei sich selbst zerspaltet. Der Kulturarbeit ergeben sich damit weite Ausblicke und fruchtbare Aufgaben, die sich hier nur andeuten lassen.
Das Erkennen einer Grundtatsache des Lebens vor aller näheren Gestaltung vermag auch der menschlichen Überzeugung einen festeren Halt zu geben. Die nähere Durchbildung der Bewegung bringt viel Arbeit und verwickelte Fragen mit sich, welche die Individuen und ganze Kreise leicht weit auseinanderführen; der Zwiespalt und Streit läßt dann leicht die Gesamtbewegung als unsicher erscheinen. Suchen wir dagegen die erste Tatsächlichkeit beim Leben selbst, arbeiten wir sein Grundgefüge heraus, so läßt sich in der Ausführung das Auseinandergehen und selbst der Kampf wohl ertragen, ohne daß uns das Ganze wankend wird. Das gilt zum Beispiel von der Religion. Nach der Verschiedenheit der Individuen, der Bildungsstufen, der Kulturkreise wird ihre Gestaltung unvermeidlich recht verschiedener Art sein; aber wir brauchen uns dieser Spaltung nicht endgültig zu ergeben, wir können uns bemühen, vom Grundbestande des Lebens her ein gemeinsames Geschehen herauszuheben, das der Zersplitterung entgegenzuwirken vermag. Zugleich aber auch dem Zweifel, der über der Unfertigkeit der Durchbildung die bewegende Kraft übersieht, welche auch den Streit erst möglich macht, der so den Wald vor Bäumen nicht sieht und eine im Fluß befindliche Bewegung nach einem starren Maßstabe mißt.
Eben dieses muß dabei zur Befestigung der Überzeugung wirken, daß die Bewegung nicht an einzelnen Punkten hängt, sondern einen Kampf von Ganzem zu Ganzem in sich trägt. Einzelne Vorgänge lassen sich je nach der Fassung des Ganzen verschieden deuten und wenden, wie denn ein starkes Mißtrauen gegen sogenannte innere Erfahrungen berechtigt ist, da der eine sie so, der andere anders zu deuten vermag; ja selbst ganze Komplexe sind verschiedener Deutungen fähig und sehen wohl ihre Ursprünglichkeit bestritten. Besteht doch selbst darüber in der Wissenschaft keine Übereinstimmung, ob Größen wie Pflicht und Gewissen Urphänomene oder abgeleiteter Art sind. Wird aber der Kampf von Ganzem zu Ganzem geführt und die innerste Seele eingesetzt, so kommen wir auf das letzte, das ursprüngliche Geschehen; wenn irgendwo, so wird hier unsere Überzeugung eine elementare Festigkeit gewinnen. Denn hier wird uns nicht etwas von außen her zugeführt oder auch als ein innerer Zustand nur wahrgenommen, sondern hier steht die Sache auf unserer Tat und Entscheidung; es handelt sich dabei um nichts Geringeres als um unsere geistige Selbsterhaltung, um geistiges Sein oder Nichtsein. Diese Selbsterhaltung mit ihrer Selbstbejahung ist aber die Wurzel aller Gewißheit, aus ihr entspringt alles Suchen einer solchen. Dabei sei stets gegenwärtig, daß, was wir einerseits als eine Grundtatsache ergreifen, sich andererseits als eine unermeßliche Aufgabe darstellt. Denn volle Festigkeit kann uns das Leben nicht mit einem Schlage gewinnen, sondern nur durch ein fortschreitendes Zusammenschließen, durch ein Wachstum in gegenseitiger Verschränkung und Durchbildung der Mannigfaltigkeit, das aber innerhalb eines umfassenden Selbst, das durch alles hindurch sich entfaltet und den ganzen Umkreis beseelt. Je mehr das Leben das Gewebe einer Wirklichkeit aus sich entwickelt, zugleich aber ein volles Beisichselbstsein gewinnt, desto stärker wird die Befestigung; das Einzelne wird um so sicherer werden, je enger es sich dem Ganzen verkettet, und je mehr das Leben des Ganzen in ihm gegenwärtig ist. Wenn demnach volle Sicherheit uns Menschen als ein hohes und fernes Ziel gelten muß, so bleibt die Bewegung zu diesem Ziele mit ihrer Überlegenheit gegen alle menschliche Willkür eine Tatsache ursprünglicher und unbestreitbarer Art; wir könnten jenes Ziel nicht suchen, nicht unsere Seele daran setzen, wirkte es nicht von vornherein als treibende Kraft in uns; das aber kann es nicht, ohne irgendwie in uns selbst gegründet zu sein.
Was so vom Ganzen des Lebens gilt, das gilt auch von seinen einzelnen Trägern: auch die Kulturepochen, die Völker, die Individuen erlangen eine Festigkeit der Überzeugung und eine Sicherheit des Weges nicht durch angestrengtes Grübeln, hinter das immer wieder ein neues Grübeln treten kann, sondern nur durch einen inneren Zusammenschluß ihres Lebens und seine Lagerung um einen beherrschenden Mittelpunkt; nur das verscheucht den Zweifel und gibt dem Handeln eine freudige Zuversicht, nur von hier aus wird uns das Leben aus halber zu voller Wirklichkeit.