„Fünfzehn, sechzehn, siebzehn!“ zählte der Erzengel Michael kaltblütig. „Nur Geduld! Es ist gleich vorüber!“
„Das halte ich nicht mehr aus! Ich muß gehorsamsten Protest erheben. Sie zerstören mir ja mein ganzes Denkvermögen! Wie soll ich da weiter meine heiligen Pflichten erfüllen!“ jammerte das verprügelte Rüsseltier, während sich der Erzengel in seiner erzieherischen Tätigkeit nicht irre machen ließ.
„Hilfe! Ich gebe meinen Geist auf! Hilfe! Hilfe!“ flehte der merkwürdige Heilige.
„Wahrhaftig! Der denkt mit dem Gesäß!“ rief der Raphael in endgültiger Erkenntnis.
„Dann haben wir den Richtigen gefunden!“ erklärte der Gabriel.
„Dreiundzwanzig, vierundzwanzig, fünfundzwanzig!“ zählte der Michael.
Damit ließen sie den sonderbaren Heiligen los. Der rutschte eilig vom Tisch herunter, hielt sich mit beiden Händen sein Hinterteil, verbeugte sich immer wieder untertänigst, machte einen Kratzfuß nach dem anderen und sagte mit sauer-süßer Miene: „Gehorsamster Diener! Wollen die Herrschaften nicht Platz nehmen? Womit kann ich den Herrschaften dienen?“
Die himmlische Botschaft ließ sich auf drei bereitgestellten Stühlen nieder. Und der Michael sprach zu dem plötzlich demütigen Heiligen: „Nach dieser gedeihlichen Stärkung deines Auffassungsvermögens teile ich dir mit, daß du zu einer erhabenen Mission ausersehen bist. Du sollst die Menschen mit deiner grenzenlosen Dummheit beglücken. Du sollst der dümmste Heilige werden, der je in einem Kalender gestanden hat.“
„Gehorsamster Diener! Gehorsamster Diener!“ katzenbuckelte der neue Heilige. „Das hätten die Herrschaften ja gleich sagen können.“
„Vor allem künde uns deinen erhabenen Namen!“ fuhr der Erzengel Michael fort.