Das Lied von der petschierten Sau, welches einen Gipfelpunkt der geselligen Freuden des heiligen Bürokrazius und seiner Jünger darstellet, wird jedoch den schlagenden Gegenbeweis liefern, wie einprägsam und tief die gemütliche Art des Heiligen auch außerhalb seiner sonstigen Tätigkeit war, wie voll von eigenartiger Gedankenschärfe und Vorstellungskraft, wie beruhigend aber auch für die strapazierten Nerven der Menschheit.

[ Wie der bitterböse Kare Revoluzzer den guten König zum Teufel jagte.]

Es begab sich aber, daß ein Mensch aufstund, so Kare Revoluzzer geheißen ward.

Das war ein grauslicher Kerl, aber schon ein so grauslicher Kerl, daß er noch grauslicher nimmer sein konnte.

An diesem wüsten Individuum war alles rot. Der Kerl hatte rote Haare und einen roten Bart wie weiland nach glaubhaften Überlieferungen und Schilderungen Judas Ischariot. Dazu trug er auch noch eine rote Mütze auf dem Schädel und ein rotes Hemde an seinem vermaledeiten Leibe. Ja sogar ein knallrotes Krawattel hatte der bitterböse Kare Revoluzzer, das nicht einmal an der Krawatitis posterior ascendens litt, sondern ihm zu beiden Seiten wie zwei rote Fahnen herausflatterte.

Er aß nur roten Schwartenmagen und selbstverständlich auch Blutwurst. Und er hätte natürlich auch nur immer roten Wein getrunken, wenn er ihn gehabt hätte. In Ermangelung desselben trank er seine frische Kellermaß nur aus einem grellroten Maßkrug, der ein rotes Biermerkerl hatte, auf dem ihm die Kellnerin nur mit Rotstift die vertilgten Mengen des edeln Gerstensaftes verzeichnen durfte.

Dieser wüste Kerl wurde bei jeder Gelegenheit feuerrot vor Wut und schimpfte dann gotteslästerlich. Besagter roter Satansbraten war so saugrob, aber schon so pfundsaugrob, daß dagegen der heilige Sankt Grobian als ein gar fein politierter Hofmann gelten konnte.

Der heilige Sankt Grobian schimpfte wenigstens nicht über den guten König, sondern er ließ den guten König regelmäßig hoch leben, wenn er sich in alcoholicis genug getan hatte. Bei der sechsten Maß brachte der heilige Sankt Grobian fast immer ein Hoch auf den guten König aus und rief, daß alles dröhnte: „Vivat hoch der König! Er lebe hoch! hoch! hoch!“ Bei dieser loyalen Kundgebung sträubte sich jedes einzelne Haar in dem langen Schnauzbart des heiligen Grobian vor echter dynastischer Begeisterung.

Davon wußte allerdings der gute König wahrscheinlich gar nichts, wie er von verschiedenen anderen Dingen auch nichts wußte. Deswegen war er aber doch ein guter König. Und der bitterböse pfundsaugrobe Kare Revoluzzer hätte nicht so auf den guten König zu schimpfen brauchen, dieweilen ihm der gute König ja gar nichts getan hatte. Das war dem Kare Revoluzzer aber Blutwurst. Dahero erhub sich bei ihm während der sechsten Maß das Gegenteil der dynastischen Begeisterung.

Es stritten sich aber gleich wie bei Homeros der Städte sieben um die Ehre, der Geburtsort des bitterbösen Kare Revoluzzer gewesen zu sein. Schreiber dieser Legende vermeinet, daß der weitbeschreite Kare Revoluzzer von Ithaka oder von dort irgendwo in der Nachbarschaft herstammet und daß er einen der trojanischen Helden zu seinem Altvorderen hat, sintemalen selbige Helden auch schon so fürtrefflich das Schimpfen verstunden wie der Kare Revoluzzer.