„Hennenstehler!“

„Karrnerleut!“

„Pfannenflicker!“

„Diebsg’sindel!“ schrien die Kinder abwechselnd.

Gaudenz Keil stierte wütend zu der kleinen Bande herüber. Mit einem Sprung war er bei ihnen, die nun in jäher Flucht der Stadt zujagten. Einen Augenblick noch, und er hätte einen von den Buben am Kragen gehabt und jämmerlich verhauen. Da fiel sein Blick zufällig auf den kauenden Tonl, der noch immer mitten im Schmutz saß und den Vater ängstlich beobachtete.

Die angsterfüllten Augen des Kindes reizten den Mann noch mehr. Drohend näherte er sich dem kleinen Sünder, der ein letztes Restchen des guten Brotes in der Hand hielt.

„Wer hat dir ’s Brot gegeben?“ frug der Vater mit einer unheimlichen Ruhe, die nur ein Vorbote des hereinbrechenden Gewitters war.

„I ... i ... i woaß nit!“ log das Bübel und blinzelte verstohlen zur Sophie hinüber.

„Woaßt nit, ha?“ Ein harter Schlag mit der flachen Hand traf das zitternde Kind, das beide Händchen bittend und flehend über das blonde Köpfchen hielt.

Mit einem raschen Satz war die Sophie zwischen den Vater und den Bruder gesprungen und beugte sich schützend über den Tonl.