„I hab’s tan, daß d’s woaßt!“ sagte sie trotzig.

„Du Teufelsbrut, verfluchte!“ Mit geballter Faust hieb der Mann auf das Mädel ein. „Woaßt du nit ...“

„Der Tonl ist hungrig g’wesen. Drum hab’ i ihm a Brot bracht!“ verteidigte sich das Mädel.

„Saumensch du!“ schimpfte der Karrner und schlug in blinder Wut auf das Mädel ein.

Die Sophie wand und krümmte sich vor Schmerz, aber kein Laut kam über ihre Lippen. Sie biß die Zähne zusammen und schlug dann plötzlich mit den Füßen aus. Geschickt und kräftig traf sie den Gaudenz gerade in der Magengegend, so daß er unwillkürlich einen Augenblick von ihr abließ. Dann aber packte er sie mit eisenharter Faust, drückte sie zu Boden und schlug unbarmherzig auf sie ein. Das Mädel wand sich wie ein Aal. Kratzte und biß ihn in die Hand gleich einer tollgewordenen Katze, so daß die Hand des Karrners blutete.

Die Buben und Mädeln von Rattenberg waren geschwind wieder umgekehrt. Sie umkreisten den Gaudenz Keil und beschimpften ihn mit Zurufen.

„Schamst di nit, Karrner!“

„A Madel so zu verhauen!“

„Mistkarrner! Saufbruder!“

Daß sie für das Mädel Partei nahmen, machte den Gaudenz nur noch rasender. Die Sophie wehrte sich tapfer, stieß nach ihm mit den Füßen, kratzte ihn und spie ihm ins Gesicht. Keine Bitte um Hilfe oder um Mitleid kam über ihre fest zusammengepreßten Lippen. Wie ein junger Teufel war sie. Der Mut des Mädels gefiel den Buben.