Das Weib schrie gellend und schleuderte wilde Flüche und Verwünschungen gegen den Mann. Ihre langen, schwarzen Haare hatten sich ihr vom Kopf gelöst und fielen in wirren Strähnen herab in den Schmutz. Mit aller Kraft wehrte sich die Karrnerin.

„Laß mi aus!“ schrie sie verzweifelt. „Ruach, verfluachter ... i bring’ di um ... i schneid’ dir den Hals ab!“

„Halt’s Maul, Bestie du!“ Voll blinder Wut stampfte ihr der Mann mit dem Stiefel ins Gesicht, daß ihr das Blut von Mund und Nase kam.

„Hilfe ... Hilfe ... er bringt mi um ... Hilfe!“ schrie die Karrnerin gellend auf.

Die Karrnerkinder waren an wüste Szenen der Eltern gewöhnt. Sie hatten es oft mit angesehen, wie der Vater die Mutter und die Sophie verprügelte, daß sich beide einige Stunden nicht mehr rühren konnten. Aber Blut hatten sie noch nie gesehen. Deshalb erschraken sie jetzt ernstlich, als sie das Blut von dem Gesicht der Mutter rinnen sahen, und sie heulten noch lauter als zuvor. Ein paar der größeren Kinder rannten der Stadt zu, um von dort Hilfe für die Mutter zu holen.

Von der Stadt her kamen die Leute gelaufen. Der lange Schmied, und der Schuster Naz, und der Tischlergesell Weber kamen zuerst. So, wie sie waren, ohne Rock und Hut und ohne Schutz gegen den Regen liefen sie, durch die Kinder herbeigerufen, von ihrer Arbeit fort, um draußen vor dem Tore den Streit zu schlichten. Und voraus rannten etliche Stadtbuben und schrien keuchend vor Aufregung und Eile ...

„Der Karrner ist narrisch worden!“

„Er bringt’s Madel um! Naa, nit’s Madel, sei’ Weib schlagt er tot!“

„Naa, er hat sie tot g’schlagen!“ brüllten einige in höchster Aufregung.

„I hab’s g’sehen!“