„Ja!“ erwiderte Felix nun ebenfalls mit einem leicht ironischen Lächeln. „Es war ein Eingeweihter. Ein Freund von mir.“

„So, so, ein Freund von Ihnen? Etwa der Doktor Storf?“ forschte der Patscheider mißtrauisch.

„Nein, Doktor Storf und ich sehen einander nur noch selten. Wir sind nur mehr dem Namen nach Freunde!“ sagte Felix bitter.

„Wer kann denn das gewesen sein?“ frug der Patscheider nachdenklich. Es war ihm sichtlich unangenehm, daß Felix von der Sache wußte. Für das Stipendium hatte sich schon längst ein Bewerber gefunden. Einer, dem der Patscheider seine Gunst geschenkt hatte.

„Wie ich sehe, darf ich meinen Freund nicht verraten!“ meinte Felix. „Ich soll offenbar nichts von dem Stipendium wissen.“

„O ja, das können’s schon wissen!“ platzte da der Kaufmann grob heraus. Er spreizte seine Beine auseinander und trommelte mit den großen, behaarten Händen ungeduldig auf den Knien herum. „Und ich sag’s Ihnen gleich, aufs Stipendium, das meine eigene und ganz persönliche Angelegenheit ist, brauchen’s nit zu rechnen. Das ist schon so gut wie vergeben.“

„Vergeben?“ frug Felix ungläubig. „Noch ehe es zur Ausschreibung kam?“

„Wenn ich sag’, es ist vergeben, dann ist’s vergeben!“ erwiderte der Patscheider kurz und im energischen Ton. „Ich habe allein darüber zu bestimmen. Aus meinem Beutel geht’s!“

Felix biß sich auf die Unterlippe, um gewaltsam eine sarkastische Bemerkung zu unterdrücken. Der Kaufmann zog jetzt seine schwere goldene Uhr aus der Tasche, warf einen flüchtigen Blick darauf und fragte in kurzem, gebieterischem Ton: „Noch etwas?“

Auch Felix hatte sich erhoben. Die beiden Männer standen sich in einem weiteren Abstand gegenüber. Der Patscheider war um ein gutes Stück größer als Felix Altwirth und nahm sich im Vergleich zu der schlanken Erscheinung des Künstlers nur noch wuchtiger und massiver aus.