Felix holte sich einen Hocker, den er in der Nähe stehen hatte, und setzte sich in einiger Entfernung der jungen Frau gegenüber.

Da richtete sich die Sophie empor, sah Felix mit einem seltsam aufleuchtenden Blick in die Augen und lächelte. „Daß Sie mir ja nicht zu nahe kommen ...“ sagte sie fast flüsternd.

Der laue Wind vom offenen Fenster her bewegte das weiße Spitzengeriesel, das den Ausschnitt ihres Kleides leicht verhüllte. Sie trug ein hellblaues Seidenkleid, das Hals und Nacken offen ließ. In feinem Farbenton vermischte sich das zarte Blau mit ihrer sametweichen braunen Haut.

Felix Altwirth biß sich auf die Lippen. Sophie sah, wie er leicht die Farbe wechselte. Sie lehnte sich noch behaglicher zurück, wandte ihm ein wenig ihr Gesicht zu und schloß dann abermals die Augen.

„Felix ...“ sagte sie leise über eine Weile.

Der Maler hatte die Blicke gewaltsam auf den Boden gerichtet, um sie nicht ansehen zu müssen.

„Gnädige Frau!“

„Wie wollen Sie mich denn dann eigentlich malen? Dann ... wissen Sie, wenn dieses Bild fertig ist.“ Sie legte eine eigene Betonung auf das Wort „dann“.

„Ich will Sie gar nicht malen!“ stieß Felix erregt hervor. Seine Stimme erschien ihr etwas heiser.

„So? ...“ sagte Sophie mit einem raschen Blick auf Felix.