„Recht so, Schmied! Gib’s ihm, dem Ruachen, dem verfluachten!“ schrien einige der Leute.

Gaudenz Keil erhob sich etwas schwerfällig. Seine ganze Wut war mit einem Male verflogen. Jetzt, da er den Herrn fühlte, wurde er klein. Er fuhr sich, wie wenn er sich erst besinnen müßte, mit der Hand über die Augen und sah mit dem Ausdruck einer Bulldogge, die den Stock zu spüren bekam, auf den langen Schmied.

Der stand vor ihm, groß, massig und sehnig. Der Schmied überragte alle Männer der Stadt um fast eines Hauptes Länge. Kohlschwarz war er und voller Haare, wie ein halber Waldmensch. Er stemmte die muskulösen, behaarten Arme vor sich hin und zeigte dem Karrner die sehnigen Fäuste.

„Da, Manndl ... da geh her, wenn d’ a Schneid hast!“ rief er mit herausforderndem Hohn. „Nacher raufen wir’s aus! Wir zwoa ... verstehst!“ fügte er drohend hinzu.

„Kinder und Weiber schlagt man nit halbtot!“ keifte ein altes Weibele.

„Saukerl, schlechter!“ rief eine andere Frau und spie verächtlich vor dem Gaudenz aus.

Den Karrner flog schon wieder die Wut an. Er sah die erbitterte Haltung der Leute und erblickte die Fäuste des langen Schmieds dicht unter seiner Nase. Das zähmte ihn für den Augenblick. Er wandte sich gegen die Frau, die vor ihm ausgespuckt hatte, und sagte höhnisch und mit verhaltenem Ingrimm: „A alt’s Weib ... mei, a alt’s Weib!“

„Ja ... a alt’s Weib!“ gab diese resolut zurück und trat ganz dicht an den Karrner heran. „Nix wie a alt’s Weib. Hast recht. Aber wenn i jünger wär’, Karrner, schau her, da mit dö zwoa Händ’, dö i hab’ ... kratzet i dir die Augen aus! Das g’höret dir, du Schandmensch du!“

„Hast recht, Ennemoserin!“ stimmten ihr einige der Leute bei.

„Die Ennemoserin, die ist halt oane!“ meinte das alte Weibele und nickte beifällig mit dem Kopf.