„Ich? Was fallt denn Ihnen ein!“ rief die Frau Patscheider entsetzt. „Da tät’ mir mein Mann schön kommen!“

„So? Warum denn?“ forschte die Baurätin neugierig.

„Mein Mann halt nix von dem Altwirth seiner Malerei!“ erwiderte die Patscheiderin ausweichend.

„Konsequent liebe ich den Mann!“ spottete Frau Haidacher mit lustigem Hohn.

„Aber Felix Altwirth ist ein großer Künstler!“ versuchte Hedwig Storf mit schüchterner Stimme den Freund ihres Gatten zu verteidigen. „Er hat jetzt so schöne große Bilder ausg’stellt!“

„Haben Sie die Ausstellung g’sehen?“ wandte sich die Frau Patscheider nicht ohne Bosheit an die Apothekerin.

„Nein!“ sagte Frau Tiefenbrunner mit Würde. „Wenn ich einmal mit einem Menschen fertig bin, dann bin ich fertig! Dann gehe ich auch nicht hin und beseh’ mir seine Kunstwerke.“ Das Wort „Kunstwerke“ betonte die Apothekerin doch nicht ganz ohne Stolz.

„Sie haben auch nix versäumt, Frau Tiefenbrunner!“ tröstete sie die Patscheiderin. „Mein Mann sagt ...“

„Aber,“ fiel ihr Frau Storf jetzt resolut ins Wort, „die Kritik ist doch ganz begeistert von den Werken!“

„Hm! Die Zeitungen!“ machte Frau Robler verächtlich. „Was die sagen, da kann man sich auch nicht darnach richten.“