„Von Blumen und ...“ hauchte das Kind kaum hörbar.

Und dann neigte es sein Köpfchen ... ganz ... ganz wenig ... wie ein müder kleiner Vogel, der sich nach Ruhe sehnt ...

Und als der alte Rat, von banger Sorge getrieben, doch heraufgekommen war ... da legte er den ersten Blumengruß des Frühlings auf die gefalteten Hände des toten Kindes.

Achtzehntes Kapitel.

Der Tod seines Kindes war Felix Altwirth nahe gegangen. Bittere Reue quälte ihn, daß er sich um das Kind so wenig gekümmert hatte. Es schmerzte ihn jetzt, daß er nur sich und seinen Neigungen gelebt hatte, und er verurteilte die selbstische Sucht des Künstlers, sich und seine Kunst, seine Wünsche und Ziele stets an erster Stelle zu setzen.

War er denn tatsächlich so glücklich geworden? War dies mit Sophie nicht nur ein Rausch, der einmal eine innere Leere zurücklassen würde? Hätte er nicht besser daran getan, sein Temperament mehr im Zaum zu halten, es zu überwinden und sich mehr Adele und dem Kind zu widmen?

Er dachte an das zarte, kleine Mädchen, wie dankbar sie ihm war für jeden flüchtigen Liebesbeweis, den sie von ihm erhielt. Wenn er ihr dann und wann einmal zärtlich über das blondgelockte Köpfchen fuhr, dann sah sie jedesmal mit strahlenden Augen zu ihm auf. „Papi! Lieber Papi!“ sagte sie dann jubelnd und küßte ihn stürmisch.

Dieser strahlende, dankbare Blick des Kindes verfolgte jetzt Felix und traf ihn als ein schwerer Vorwurf. Wie liebesbedürftig war das Kind gewesen, und wie wenig Liebe hatte er für sie übrig gehabt. Es tat ihm so weh, fortwährend an die hellen, freudigen Augen der kleinen Dora denken zu müssen. Gerade das Glück und die Seligkeit, die aus ihnen gesprochen hatten, verwundete ihn bis ins Innerste.

Das kleine Mädchen dankte dem Vater für die Abfälle seiner Liebe, die er in so reichlichem Maße für eine Fremde empfand. Aber war denn Sophie eine Fremde? War sie nicht die Verkörperung seiner höchsten Wünsche und Ideale? War sie nicht sein ... sein Weib ... obwohl nach Recht und Gesetz die Gattin eines andern? Und Adele ...