„Danke, Herr Patscheider!“ erwiderte Doktor Rapp trocken. Es störte ihn abermals etwas im Tonfall des andern. Was war es nur? War er schon so nervös geworden in den letzten Monaten, daß er überall Arges witterte?
„Sie, Herr Doktor ...“ Johannes Patscheider hielt die Hand des Rechtsanwaltes einen Augenblick in der seinen.
„Ja?“
„Wir sind, solang’ wir’s denken, doch immer Gegner gewesen. Nit wahr?“ sagte der Kaufmann.
„Freilich!“ gab der Advokat zu. „Und wollen’s auch bleiben! Hoffentlich noch recht lange!“ sprach er mit etwas erkünstelter Heiterkeit.
„Das hab’ ich aber nit sagen wollen!“ erwiderte der Patscheider. „Ich hab’ g’meint ... wir könnten uns versöhnen ... ausgleichen ...“
„Ich mich mit Ihnen?“ Jetzt lachte Doktor Rapp wirklich herzlich heraus. „Solang’ ich leb’, nit! Das ist g’wiß!“ sagte er lustig. „Wenn Sie mich in den letzten Jahren auch heruntergedrückt haben ... es dauert nimmer lang ... dann spiel’ ich wieder die erste Geig’n!“ drohte er übermütig.
„So?“ Der Patscheider warf einen derart stechenden Blick auf seinen Gegner, dem er an Körpergröße um Kopfeslänge überlegen war, daß es dem Rechtsanwalt fast wehe tat. „Meinen’s, daß Sie das je erreichen, Herr Doktor?“ fragte der Kaufmann herausfordernd.
„Natürlich! Das werden wir schon sehen! Ich hab’ ja nix gegen Ihnen persönlich einzuwenden, Herr Patscheider ... aber wenn Sie noch weiter da regieren wie bisher ...“
„Aber Sie regieren nit! Das weiß ich!“ sagte Johannes Patscheider brutal.