„Lassen wir’s drauf ankommen, Herr Patscheider!“ forderte ihn der Rechtsanwalt kampfeslustig heraus.

„Ich rat’s Ihnen nit!“ sprach der Kaufmann drohend. „Bleiben’s lieber der ... der Sie sind ... und grüßen’s mir Ihre Frau!“

„Zum Donnerwetter noch amal!“ entfuhr es dem Rechtsanwalt jetzt zornig. „Was haben’s denn immer mit meiner Frau?“

„Was soll ich denn haben?“ tat der Patscheider unschuldig. „Einen Gruß schick’ ich ihr. Ist das vielleicht dem Herrn Gemahl nit recht?“

„Recht oder nit recht!“ erklärte Doktor Rapp mit Bestimmtheit. „Jedenfalls verbiet’ ich mir den Ton, den Sie da anschlagen, Herr Patscheider!“

„So sind’s doch nit so aufgeregt, Herr Doktor!“ beruhigte ihn der Patscheider in seinen sanftesten Tönen. „Man möcht’ schon meinen ... Sie wären auf mich eifersüchtig?“

„Ich ... auf Ihnen!“ Der Rechtsanwalt lachte ein lautes, hartes, gezwungenes Lachen, das durch die öde, menschenleere Straße unangenehm widerhallte.

„Haben auch keine Ursache, Herr Doktor! Nicht im mindesten Ursache ... versichere ich Ihnen!“ beruhigte ihn der Patscheider, und seine Stimme hatte für das gereizte Ohr des Advokaten einen widerlich speckigen Klang. Es war ihm, als entspränge dieser Ton einem Gefühl gesättigten Genusses ...

Den Rechtsanwalt Valentin Rapp trieb die Unruhe der Eifersucht durch die mondhelle, klare Oktobernacht. Mit heißem, blutüberfülltem Kopf ging er, so rasch er konnte, dem Rennweg zu. Ein kalter Wind fächelte erquickende Kühle um seine glühende Stirn.

Was hatte der Patscheider nur? Hatte er ...? Sollte Sophie ...?