Nichts ... alles still ... alles tot.

Und immer tiefer beugte sie sich über ihn, und ihre Augen erweiterten sich immer mehr vor Angst ... je länger sie auf den Toten starrte.

Es war ihr ... als ob ein Fremder, ein Unbekannter vor ihr liegen würde.

„Valentin ...“ Sie flüsterte es ganz leise. „Valentin!“ Jetzt sagte sie es lauter.

Der Ton ihrer Stimme erschreckte sie. Es hallte so unnatürlich wider ... so hohl und dumpf in der tiefen Stille des engen Raumes.

„Valentin!“ Nun schrie sie das Wort heraus.

Alles still ... nichts regte sich. Doch ... Dem geängstigten Weibe schien es, als ginge ein leichtes Zittern durch den Körper des toten Mannes. Mit starrem, gebanntem Blick sah sie auf die Leiche. Sollte er ... regte er sich ... sollte er nochmals zum Leben erwachen?

Sophie wagte es jetzt nicht mehr, neben ihm zu sein. Ein abergläubischer Schrecken durchrüttelte sie ... peitschte sie empor ... so daß sie wie gehetzt in das andere Ende des Zimmers flüchtete.

Wie trüb das Licht der gelben Ampel brannte ... Und wie düster und beklommen es in dem kleinen Raum war ...

Horch! Rührte sich da nicht etwas ... ein Laut ... ein Atmen ...