„Was ist denn mit dem Felix?“ frug die Apothekerin mit einem Gemisch von Neugierde und Schrecken.

„Tot. Erschossen!“ sagte die Frau Goldrainer.

Nun wurde es der Apothekerin tatsächlich schwindelig. Sie mußte sich fest an ihren Mann halten. Es drehte sich alles vor ihren Augen wie ein Wirbel.

„Tot?“ sagte sie ganz fassungslos.

„Tot?“ wiederholte der kleine Apotheker, und ein nervöses Zucken ging über sein Gesicht. „Täuschen Sie sich auch nicht, gnädige Frau? Wir wissen ja noch gar nichts davon ...“

„Nein. Leider täusche ich mich nicht!“ sagte die Frau Goldrainer ehrlich betrübt. „Gestern abend haben sie ihn erschossen aufgefunden im Wald droben bei Natters.“

„Selbstmord?“ fragte Simon Tiefenbrunner und sah ängstlich auf die Damen.

„Ja. Selbstmord!“ bestätigte die Baurätin. „Erst heut’ in der Früh’ ist die Sache bekannt g’worden in der Stadt ...“ erzählte sie dann weiter. „Auch seine Frau hat noch nichts gewußt davon. Jetzt ist meine Schwester bei ihr droben!“ berichtete sie noch.

„Die arme Frau Adele!“ sagte Frau Haidacher mitleidig.

Frau Therese Tiefenbrunner raffte sich zusammen. Die bloße Erwähnung dieses Namens brachte wieder Lebendigkeit und Frische in ihren Körper.