Aber der Wastl ließ nicht los, sondern zog das Weib immer näher an sich heran, bis sie vor ihm auf den Knien zu liegen kam. Wie mit Eisenklammern hielt er sie und beugte sich über sie.

»Du ...« keuchte er wild und zornig. »Du ... und a söllene bist! Und mei' Weib!«

»Lass' mich, du!« fauchte ihn die Vef wie eine Wildkatze an und wand und krümmte sich unter seinem festen Griff.

»Bin dir g'folgt wia a Hund ...« keuchte der Wastl außer sich ... »hast mi um alles bracht ... und jetzt no um mei' Ehr! Du ...«

»Lass' mich!« zischte die Vef in ohnmächtiger Wut. »Lass' mich ... mi graust vor dir!«

Da war's geschehen. Ein wilder Schrei des Mannes, und dann hieb er auf das Weib ein. Brutal und unbarmherzig. Schlug auf sie ein, ohne zu denken, wohin er traf. Und unter seinen Hieben kamen ihr die Tränen. Stolze Tränen ... denn sie verbiß den Schmerz und ertrug die Züchtigung. Krümmte sich lautlos und ohne Gegenwehr unter der Wucht seiner Kraft.

Und als der Wagen sein Ziel erreicht hatte, sprang der Wastl heraus. Und die Vef folgte langsam und gebrochen. Breitspurig ... ganz Bauer ... trotz des städtischen Gewandes, das er trug, stellte er sich vor ihr auf. Und spie zur Erde. Und die Vef wandte sich, ohne ein Wort zu sagen, dem Hause zu, in dem sie wohnte, aschfahl und müde und gebeugt. Und in ihren hellen, sonst so sonnigen Augen lauerte ein tiefer Haß gegen den Mann, der sie gezüchtigt hatte und der ihr Gatte war.

Aufrecht, wie lange nicht mehr, ging der Wastl seines Weges. Ging durch die Straßen der Stadt, die sich im frühen Wintermorgen immer mehr belebten, ging achtlos und ohne Gedanken ... viele ... viele Stunden. Wie ein Traumwandelnder ... Fühlte nichts und empfand nichts. Nur leer war's in ihm ... trostlos leer.

Der rieselnde Regen des Vortages hatte sich in einem feinen Schneefall aufgelöst. Und ein scharfer Wind blies eisig dem Wandernden ins Gesicht. Unermüdlich ging er ... ohne Nahrung und ohne Trunk ... Bis es ihn am späten Nachmittag zu frieren anhub. So heftig, daß ihm wie einem Kranken die Zähne klapperten.

Da kehrte der Wastl in eine Schenke ein. Und trank ... trank sinnlos und ohne Wahl ... und trank, bis er wie ein Tier betäubt unter dem Tisch der Schenke lag.