»Hü!« Die Pferde zogen an, und mit einem wilden Satz sprang der Wastl auf den Tritt des Wagens und öffnete die Wagentüre. Ein erschreckter Schrei aus Frauenmund ... Der Kutscher hörte ihn nicht; denn der Lärm der rollenden Räder auf dem Steinpflaster übertönte ihn.
Wie ruhig und kalt überlegend der Wastl mit einem Male geworden war. Redete und handelte, als ob er ein Fremder sei und nicht er selber.
Wie selbstverständlich setzte er sich der Vef gegenüber, die sich fest in die weichen Polster schmiegte. Kalkweiß war sie im Gesicht und hatte Angst.
»Brauchst dich nit zu fürchten, Vef. I tu' dir nix!« sagte der Mann sehr ruhig, aber seine großen, dunklen Augen, die immer so gut schauten, hatten einen fremden, wilden Blick.
»I schrei ...« stieß die Vef geängstigt hervor. »I ...«
Da lachte der Wastl rauh und hart. »Tu's ...« höhnte er boshaft. »Damit die Leut' kommen und mich von mein' Weib trennen?«
Und dann beugte er sich weit zu ihr hinüber, so daß sein Gesicht das ihre fast berührte, und preßte ihre beiden Hände so fest in den seinen, daß es sie heftig schmerzte.
»Wo bist g'wesen ... Vef?« stieß er heiser und gebieterisch hervor. »Wo bist g'wesen?«
Die Vef schauderte in ihrem kostbaren Pelzwerk vor innerer Angst und Kälte. Aber sie war nicht feig.
»Aus lass' mich! Du!« befahl sie resolut und sah ihn mit zornfunkelnden Augen an.