„So, so ... Weißt du, ich komm’ gerade von den Schächten ... Es ist eine Abordnung dagewesen, das weißt du ja ... nun, und die ist gestern heimgekommen mit der Meldung, daß es am Montag, also in vier Tagen, losgehen kann ...“

Dröhnend schmetterte Hellwigs Faust auf den Tisch. „Das ist nicht möglich!“ schrie er.

Kolben zuckte die Achseln. „Ist aber trotzdem so. Ich sag’ dir, gejubelt haben sie über die Nachricht. Mich haben sie ausgelacht. Zwei Agitatoren sind gleich mitgekommen. Leibinger will morgen hin ...“

„Das ist nicht möglich!“ sagte Fritz nochmals und war ganz blaß.

„Wenn du mir nicht glaubst, — im Verbandsheim wirst du’s ja erfahren.“

„Ja — ich werde es erfahren ...“ murmelte Fritz mit aufeinander liegenden Zähnen. Dann reckte er sich hoch. „Ich geh’ gleich hin! Kommst du mit?“

Sie gingen. Im Beratungszimmer fanden sie Leibinger, Mark und den Obmann Anheim. Das war ein hagerer Greis mit einem mächtigen kahlen Schädeldach und buschigen Brauen über zwei herrischen Augen. Mit fester Hand hielt er die Zügel, war unbestechlich, ehrlich und treu, aber kannte auch kein Nachgeben. Was er sagte, stand wie ein Block, an dem nicht gerüttelt werden durfte, und alle fügten sich ihm. Auch Mark, der seichte Schwätzer, der gewaltig war im Schimpfen und im Aufpulvern der Massen. Wie ein Kutscher sah er aus mit seinen ganz kleinen Augen, der engen Stirn und dem pechschwarzen Haar, das reichlichste Pomade nicht geschmeidig machen konnte.

„Also, da seid ihr ja beisammen!“ begann Hellwig mit fliegendem Atem und sprang ohne Umschweife mitten in die Sache hinein. „Ihr habt hinter meinem Rücken den Streik beschlossen? Das gibt’s nicht! Das dulde ich einfach nicht!“

„Oho!“ sagte Anheim.

„Jetzt ist’s zu spät!“ ließ sich Mark vernehmen. Und Leibinger lachte spöttisch: „Ich denke, du hast hier weder was zu dulden, noch zu befehlen!“