„Und soundsoviel Lohntage sind beim Teufel!“ sagte Fritz grimmig. Da glaubte Mark ein kräftiges Beweismittel gefunden zu haben.
„Die Wahlen stehen vor der Tür!“ rief er laut. „Hat der Streik Erfolg, sind wir unüberwindlich!“
Kolben griff das unüberlegte Geständnis sogleich auf. „Ich danke Ihnen für das erlösende Wort, Herr Mark! Ja, Fritz! Die Wahlen stehen vor der Tür, und Leibinger will Abgeordneter werden.“
„Wer sagt das?“
„Ich, Herr Leibinger! Glauben Sie, ich weiß nicht, daß Fritz Hellwig Ihrem Ehrgeiz im Wege ist? Daß Sie gern an seiner Stelle Schriftleiter sein möchten? Und ihm das Abgeordnetenmandat neiden, obwohl er’s noch nicht hat?“
„Nicht weiter, Albert!“ unterbrach ihn Hellwig unwillig. „Das gehört nicht her!“
Und Leibinger, kühn gemacht, schrie: „Verleumdung!“
Kolben aber sprach unbeirrt fort, mit seinem leicht ironischen Lächeln, mit seiner großen Ruhe und sehr sarkastisch:
„O gewiß gehört das her! Es war kein Zufall, daß ich ins Kohlengebiet gereist bin, gleich nachdem Herr Leibinger von dort zurück war. Ganz und gar kein Zufall war das. Und da hab’ ich so manches gehört, mein lieber Fritz. Das, was ich eben von ihm behauptet habe, hat Herr Leibinger den Leuten nämlich über dich gesagt, wenn auch vielleicht nicht mit so feinen Worten. Du, Fritz, seist der Streber, der Mandatsjäger, der unverläßliche Mitläufer, der alles zu seinem Vorteil nützt und so weiter. Und als Beweis soll dienen: Du werdest gegen den Streik sein, denn du spielst mit den Grubenbesitzern unter einer Decke. Jemand hat mir sogar anvertraut, im Rausch natürlich, du seist von ihnen bestochen.“
Fritz stand da, hatte die Fäuste geballt und starrte mit weiten Augen den Sprecher an.