„Ist — das — wahr?“
„Ich hörte es so!“
„Ich verwahre mich gegen eine solche Infamie!“ rief Leibinger. Der Doktor beachtete ihn nicht.
„Wenn ich nach dem Ursprung dieser Gerüchte fragte,“ fuhr er trocken fort, „hat’s immer geheißen, die Gegenpartei behauptet es. Aber einer, der mir sehr zugetan ist und für dessen Verläßlichkeit ich jede Bürgschaft übernehme, hat es im Interesse der Partei bitter beklagt, daß — Herr Leibinger solche Sachen in Umlauf setze.“
„Nennen Sie den Namen!“ rief Leibinger. Und Mark unterstützte ihn mächtig: „Namen nennen! Namen nennen!“
„Sparen Sie sich den Atem, meine Herrn!“ erwiderte Kolben und spielte mit seiner Uhrkette. „Den Namen geb’ ich Ihnen nicht preis!“
„Aha!“ frohlockte Leibinger. „Dergleichen kennt man! Alles ist erstunken und erlogen!“
Kolben lehnte sich faul zurück: „Ich pflege zwar sonst nicht zu lügen, aber wenn Herr Leibinger es sagt ...“
Fritz aber trat mit schweren Schritten hart vor diesen hin, der aufgesprungen war und sich vergebens mühte, den unschuldig Gekränkten zu spielen. Mit seinem hellen Blick schaute ihm Hellwig ins Gesicht und sprach leise, mit erzwungener Ruhe: „Also — deswegen! Damit du — deine eigenen Ziele — erreichst, sollen Zehntausende — sollen sie tage- — vielleicht wochen- und monatelang — hungern. Höre, Leibinger, ich bin“ — er tat einen tiefen Atemzug und seine Stimme war spröd wie splitterndes Glas — „ich bin nicht gewohnt, — mit Lumpen dieselbe Luft zu atmen!“
Leibinger lachte schrill auf und schrie: „Ich bin hier genau so viel wie du! Übrigens — mit Beleidigungen wirst du dich nicht rechtfertigen! Eher bestärkst du unsere Gegner in dem Verdacht, daß doch was Wahres an der Geschichte ist!“