Und als am folgenden Morgen das Kontrollbuch keinen Vermerk aufzeigte und als er deswegen verwarnt wurde, zuckte er bloß die Achseln und lächelte dazu. Und als am zweiten Morgen aus der Verwarnung eine Rüge wurde, unter Androhung der Entlassung, da lächelte er noch geringschätziger und zuckte wieder die Achseln. Am dritten Morgen war er entlassen. Er erhielt sein Sparkassenbuch und seine Abfertigung und konnte gleich gehen. Obwohl Reinholt dagegen gesprochen, hatte es Fritz so angeordnet. Eine Satzung war übertreten, die darauf gesetzte Strafe war verwirkt worden, da gab es für Hellwig kein Überlegen und galt keine Rücksicht.

Sanders aber hatte nichts anderes gewollt. Seiner Anhänger gab es viele, und die, das wußte er, würden ihn nicht so mir nichts, dir nichts ziehen lassen. Und er traf keine Anstalten zum Fortgehen. Das Geld nahm er zwar, aber seine Sachen packte er nicht. Nur sein Sonntagsgewand zog er an und ein gestärktes Hemd und ging ins Wirtshaus.

Dort saß bereits Karus mit Leibinger und Mark. Sie hatten einen großen Krug Wein vor sich und tranken fleißig. Mit einem selbstbewußten Schmunzeln setzte sich der blatternarbige Weber zu ihnen.

„Wie steht’s?“ fragte Karus kurz.

Sanders schenkte sich gemächlich ein Glas voll und tat einen bedächtigen Zug. Da sein Bericht mit Spannung erwartet wurde, kam er sich sehr wichtig vor und wollte dieses Gefühl seiner Bedeutung möglichst lang auskosten.

Leibinger rieb die Hände rund umeinander und machte sein verbindlichstes Gesicht.

„Es scheint alles glatt gegangen zu sein?“ fragte er ausholend. Sanders nahm noch einen Schluck. Dann zog er sein Taschentuch und wischte sich umständlich den Mund ab.

„Verfluchtes Getu’!“ schimpfte Karus. „Laß die Faxen und red’ endlich!“

Da tat Sanders gekränkt und war beleidigt:

„Befehlen lass’ ich mir nichts!“