„Eh was, jetzt bin ich einmal da!“ sagte er dann. Und mehr im lauten Selbstgespräch: „Als junger Grasaff’ bin ich auch nicht anders gewesen wie der Volksbeglücker. Heinz auch nicht. Gewiß nicht! Nein! ... Was stiert ihr mich denn so blöd an? Ich bin nicht besoffen! Nur ... ich hab’ auch einmal einen Freund gehabt! Ja — der Robert Karus hat auch einmal einen Freund gehabt ...“
„Sie haben doch viele Freunde!“ beeilte sich Leibinger zu versichern, und Mark beteuerte das auch, rückte aber seinen Stuhl aus der Nähe des Mannes, dessen flackernde Augen und dessen zerfahrenes Wesen ihm Angst machten.
„Redet mir das nicht vor!“ antwortete Karus geringschätzig. „Ihr braucht mich, deswegen tut ihr mir schön! Aber Freunde? Bah! Furcht habt ihr vor mir! Alle haben Furcht! — — Heinz nicht ... Und doch — hab’ ich ihn später ...“ Er sprang von der Bank und schüttelte die Fäuste vor sich, als rüttle er an Ketten. „Sie hätten ihn sonst ... es ist einfach nicht anders gegangen!“
Wie ein erstickter Aufschrei war das. Und wieder trank er und ging mit mühsamen Schritten über den Lehmboden der Stube.
„Also seither: Rache für Heinz! Das ist der Grund! Nicht ihr! Nur — er! Die Gesellschaft von heute hat ihn umgebracht, drum muß sie weg! Sie oder ich! Eher wird da nicht Ruh’!“
Die anderen wurden aus den wirren Reden des verstörten Menschen, der im Ringen mit einem schweren Entschluß aus allen Fugen gehoben schien, nicht klug, schauten einander bedeutungsvoll an und unterbrachen ihn mit keiner Silbe.
„Nun kann’s ja losgehen!“ sagte Karus nach einer Weile wieder ganz kalt. „Ich geh’ jetzt und horch’ ein bissel herum! Auf Wiedersehn heut’ abend!“
5.
Es war Abend geworden.
Langsam schritt Karus den Fußweg entlang zur Fabrik.