Einer von den Arbeitern aber, die um Sanders waren, trat jetzt verlegen vor und sagte: „Meister, ich ... wenn ich gewußt hätt’, was die eigentlich wollen, hätt’ ich mich nicht so tief eingelassen. Sie haben’s ja so abgemacht, untereinander, der Karus, der Leibinger und der Sanders. Jetzt begreif’ ich erst, wo das hinaus soll.“

„Schuft!“ schrie Sanders und spie ihm ins Gesicht. Karus trat gebieterisch dazwischen.

Hellwig ächzte dumpf auf und taumelte. Wieder einmal sah er sich einem Schurkenstück gegenüber, der Ekel kam und lähmte seine Tatkraft. Er haßte die Falschheit. Und alles, was nur eine Spur von Gemeinheit in sich hatte, machte ihn fassungslos und wehrlos, da konnte er nicht zornig dreinfahren, fühlte er nur Enttäuschung und Schmerz und eine tiefe Mutlosigkeit.

„Ihr habt es gehört!“ sagte er und das Sprechen wurde ihm schwer. „Ist es wirklich schon so weit, daß eine abgekartete Komödie uns auseinander bringen kann?“

Als sie den Meister so ganz tief traurig und wie um alle Hoffnungen betrogen sahen, regte sich das Gewissen in so manchem.

„Nein, Meister! — Wir halten zu Ihnen, Meister!“

Und der alte Bogner rang immer noch mit seinem Schwiegersohn und bat und drohte und schluchzte immerzu: „Laß mich los, Adam! Ich muß dem Kerl das Maul zustopfen!“ Doch der Adam ließ nicht los.

Karus aber wurde kaum des Umschwungs gewahr, da holte er aus zum entscheidenden Schlag. Und mit dem ganzen Elan seiner wilden, ungezügelten Leidenschaft lief er den letzten Sturm.

„Jawohl!“ schrie er, sprühendes Feuer in den Augen. „Jawohl! Es ist eine abgekartete Komödie! Aber sie ist gut genug, denen da oben die Larven herunterzureißen! Damit ihr endlich erfahrt, wie sie euch aus lauter Liebe die letzte Unze Blut aussaugen!“

„Nieder mit den Blutsaugern!“ rief Mark im Hintertreffen. Und: „Nieder mit den Blutsaugern!“ riefen ihm viele nach. Und immer lauter tönte und schmetterte die Stimme des alten Revolutionärs: