„Der dumme Mann!“ rief der kleine Hansl.

„Jawohl, der dumme, dumme Mann!“

„Fix, Hansl, dein Abendbrot ist da!“ rief die Mutter dazwischen. Der Bub wollte nicht fort: „Erzähl’ mehr, Vaterl!“ bat er. Aber Frau Eva machte keine Umstände. Sie packte den Zappelnden unter den Armen und hob ihn in seinen Sessel. „Avanti! Jetzt wird gegessen, daß du mir rechtzeitig in die Federn kommst!“ Sie band ihm ein Mundtuch vor, gab ihm den Löffel in die Hand. Nun aß er gehorsam seine Eierspeise und schmatzte mit den Lippen und ließ sich von der Mutter die Semmelbrocken in den Mund stecken.

Durch das Gegitter des Spitzenvorhangs schaute Fritz zu. Da waren sie beisammen, die beiden lieben Menschen, die schöne reife Frau und der helläugige Knabe, im goldenen Kreis der Lampe. Und beide hatten vergnügte Gesichter und waren guter Dinge und nicht ein leisester Schatten trübte jetzt ihre heiteren Mienen. Im engsten Raum, vom goldenen Lichtkreis eingeschlossen, Mutter und Kind, Erfüllung und Verheißung, lachend und blühend wie die Erde im Juni. Und er — hatte sich selbst aus dem goldenen Kreis verbannt, — um all das Licht hatte er sich betrogen, mußte schuldbeladen abseits stehen.

Der dumme, dumme Mann!

Hart vor seinen Füßen hörte mit einer scharfen Linie das warme Lichtrund auf und um ihn war Dunkel und Einsamkeit und Kälte.

Du dummer, dummer Mann!

So tritt doch heraus aus dem Dunkel. Wag’ den Schritt — ins Licht, in die Wärme, in die Liebe — zurück in den leuchtenden Kreis des Lebens. Diesmal kannst du nicht in die Irre gehen. Zu nah ist das Ziel. Ein Schritt nur — ein Öffnen der Arme — und du hast es und hältst es fest — und nimmer, nimmermehr kann es dir dann entfliehen.

Aber es war ihm, als könnte er niemals über diese scharfe, klare Grenzlinie hinüber.

„Weiter erzählen!“ rief Hansl und schlug mit seinem Löffel gegen den blechernen Teller. „Weiter erzählen, Vaterle!“