„Einmal ...,“ stotterte er zerknirscht.

„Otto!“ raunte ihm Hellwig verwundert zu.

Aber die eindringliche Stimme des Priesters forschte weiter: „Und warum, liebes Kind?“

Und Otto antwortete tonlos: „Ich war unwohl.“

„Herr Professor, das ist ...“ brauste Fritz auf und schwieg sofort wieder, als er die klägliche Figur des andern gewahrte.

„Wollten Sie etwas sagen, Hellwig?“ wandte sich Pater Romanus nun wieder an ihn. Da schüttelte er stumm den Kopf. Wozu den Angeber machen?

Und plötzlich kam ihm zu Bewußtsein, daß sich alle Blicke der Klasse in seiner Person wie in einem Brennpunkt vereinigten. Unerträglich, wie ein unkeusches Betasten des Körpers, war ihm das. Und mit einemmal konnte er es nicht über sich bringen, den Beweggrund seines Fernbleibens anzugeben. Er hatte das Gefühl, als würde er durch ein solches Geständnis seine Seele nackt zur Schau stellen.

„Nun, Hellwig, haben Sie sich eines Bessern besonnen? Wollen Sie mir Ihr sonderbares Benehmen aufklären?“

Die sanfte Stimme des Jesuiten rann wie ein süßes Honigbächlein durch die Stille.

Fritz schwieg, sah ihn an und zuckte nicht mit der Wimper.