„Ich werd’ dem Gedanken nachhängen, Herr Doktor,“ sagte Stainer leise und demütig.

„Tu’s, aber jetzt geh’ und komm mir lieber nit wieder.“

„Ich werd’ zum drittenmal kommen,“ sagte Stainer mit kläglichem Blick: „Denn ich kann ja doch nimmer und nimmer los von Euch.“


Einer aber war in Salzburg, der verfolgte mit seinen mißtrauischen Augen nachdenklich das Tun Faustens und sah sich auch die Leute an, die zu ihm kamen und wie sie von ihm gingen. Auch rumorte ihm das Fragen Faustens nach der tiefen Kluft im Lande Tirol im Kopfe und immer fragte er sich: ‚Was kann der Satanus nur wollen und wälzen?‘

So bemerkte der ganz erschreckend scharfe Blick des Arztes auch die Verstörung und das innerliche Winden und Kämpfen des jungen Stainer, der ja auch unter der Lehrkanzel des Paracelsus saß und einen glühenden Wissensdrang verspüren ließ. Er wußte, der Student war zweimal zu Faust geschlichen und er wußte auch von dem Zusammentreffen des Stainer und seiner schönen Base, der griechenblütigen Helena auf der spätsommerlich heiteren Festwiese.

Vetter und Base staken mehr denn je zusammen und schienen gänzlich eines Herzens zu sein. Beide waren sie sichtlich auf den zigeunerhaften, verfehmenswerten Gaukler eingeschworen!

Da kam vom Vater Chrysoloras Kunde nach Salzburg, sein Kind solle im Gefolge des Kirchenfürsten nächster Tage gegen Braunau am Inn abreisen, da beide Majestäten, von Innsbruck her, dorthin zu Schiffe erwartet würden und der Kaiser sowohl wie der römische König mit dem Erzbischof in der schmalkaldischen Angelegenheit zu reden hätten. Große Aufregung war damals in Salzburg und sogar Philipp von Hohenheim bewarb sich beim Erzbischof um die Gunst, denen Majestäten mit entgegenreisen und ihnen aufwarten zu dürfen. ‚Ja,‘ hatte ihm der Erzbischof gesagt. ‚Denn ich nehm’ auch den Doktor Faustus mit und ich will die Angelegenheit wegen des mächtigen Öles, das nur wir zu verwalten und zu handhaben gesonnen sein, gleich zur Rede und ins Reine bringen.‘