„Es ist ein ganz erschreckliches und gräßliches Gewaltmittel,“ sagte Philipp von Hohenheim, „und ich vermesse mich vorauszusagen, daß es dadurch noch Ende dieses Jahres keinen Feind auf Erden mehr wider die Majestäten geben könnt’. Aber was das Gold angeht, das setzt mich doch selber in Verwunderung. Ist doch der Doktor nicht einer von den Reichen und da wär mir der Manuel Chrysoloras schon lieber und sicherer.“

„Das sagt der Goldmacher selber?“ rief belustigt der römische König.

„Das sagt der Goldmacher selber,“ wiederholte Paracelsus sehr ernst. „Eben, weil ich weiß, daß die alchymistische Kunst das gelbe Metall zwar mit vieler Müh’ erzwingen und herstellen kann, daß aber die erhaltenen Bröcklein so gering sind in Ansehung der Kosten und Mittel und Zeit, und der Gefährdung, daß solches Gold zehnfach und noch viel teurer zu erstehen kommt, denn das von Gott geschaffene und in ehrlicher Menschenarbeit ergrabene.“

„Wenn die hohen und höchsten Herrschaften mir hier unter ihrer kaiserlichen und königlichen Ehr’ versichern wollten, was es mit dem auf sich hätte, das ich zugesagt und versprochen hab’,“ sagte Faust, „so wollt’ ich vor dem von Hohenheim, der Meister in der alchymischen Kunst ist, wohl mein Geheimnis lüften.“

„Das sagen wir dir bei unserem heiligen Amt und bei unserer Kronen zu,“ sagte der Kaiser und legte seine Hand in jene des Königs und des Erzbischofs.

„Nun wohl denn, so will ich zuerst davon reden, was der Paracelsus recht gut weiß; daß das Geheimnis des Goldes eine ganz erschreckliche Glut und ein Druck ohnemaßen ist; — eines der Geheimnisse des Goldes,“ fügte er hinzu.

Paracelsus nickte.

„Ferner weiß sowohl der Paracelsus, als auch die höchsten Herrschaften, zumindest mein gnädiger Herr Salisburgensis, daß man das lauter und gediegen Gold zumeist am Quarzkiesel findet, an dem es hanget und aus dem es entstand.“

„Das ist wieder wahr,“ sagte der Erzbischof.