Jovial zurückgelehnt versicherten die stärkeren Männer aber fortwährend, es habe noch lange nicht angefangen und der Spaß möchte sich doch nur hinziehen. Bald würden ja der Paracelsus und der Faust rote Köpfe wider einander bekommen und dann gehe das große Hahnenspiel an.

„Den möcht ich sehen, der wider den hochberühmten Faustum irgend eine Kunst der Erden wüßt, sie gegen ihn zu verwenden,“ rief ein kleiner, magerer Herr mit großer Begeisterung. „Es haben einmal vier Zauberer seine Berechnungen mit List zu stören versucht und der Doktor hat sie gewarnet; es wär einer im Zimmer, der ihm dawider wäre, er möcht davon ablassen, sonst erging es ihm übel! So gutmütig erwies sich unser Doktor gegen seinen Widersacher. Aber der andere schlugs in den Wind. Da ist es sehr übel ausgefallen für jenen!“

„Ja,“ sagte Doktor Faust. „Er war sehr bald tot. Und ist nicht einmal gerichtlich ein Lärm gemacht worden, deshalb, weil ich gute Zeugenschaft hatte, daß er selber sich in den Tod hineingetan hat, wie denn jeder Mensch immer seinen Tod selber mit Fleiß vorbereitet, er mag tun, was er will: auch ausweichen; er arbeitet immer sehr geschickt an seinem eigenen End’!“

„Bei den Trinkern mag das sein,“ sagte der Theophrast. „Auch bei den Buhlern. Aber da, haha, da fällt mir ein, der Doktor Faustus habe ja einmal die griechische Helena zu Erfurt vor die Studenten gezaubert? Dabei sollen die jungen Herrn vor Erinnerung und Begierde die ganze Nacht nicht haben schlafen können. Da wir nun doch zusammen als Confratres sitzen und uns nichts übel nehmen wollen, so mag uns der Doktor doch mit Vergunst erzählen, wie ihm selber die Erscheinung bekommen habe?“

Nun war die Geschichte mit der Flucht des Faust zu der schönen Chrysoloras und seine freundliche Aufnahme bei der gefeierten Jungfer schon so sehr in aller Mund, daß ein gewaltiges Gelächter losdonnerte und Faust Mühe hatte, sein unbewegtes Gesicht zu bewahren.

„Heraus damit, wie wars mit der Helena?“ schrien die Gesellen.

„Sie war ohnemaßen schön,“ sagte Faust feierlich.

„Und habt Ihr die Roll’ des schönen Paris weiter geübt mit ihr?“ rief ein mächtiger, rot angezechter Medikus.

„Sie war noch nicht reif dazu,“ sagte Faust im gleichen Ernst.

„Oho, in der Ilias steckt manches, das sie als recht reif für allerlei Mannsen schildert,“ rief ein anderer.