„Glaubt Ihr denn, man braut sie eimerweise wie das Bier?“ sagte Paracelsus, drehte sich gegen die Wand und verschied. Und das waren seine letzten Worte gewesen.
Doktor Faust, dem all das erzählt wurde, fröstelte. Zuerst, weil er dem Tode Tag und Richtung gewiesen hatte. Dann, weil er sich jetzt völlig allein und in ganz Deutschland von niemandem mehr verstanden vorkam. Und endlich, weil ihm jene letzte, ironische Äußerung des Paracelsus ahnen machte, daß er eine Waffe gegen den Unermeßlichen, in unermeßlich großer Masse, zu erzeugen unternahm. Ob das glücken konnte?
Aber Paracelsus hatte immer allein für sich hingeheimnißt und, geizig und neidisch, all seine Entdeckungen verschwiegen. Er, Faust, hatte Kaiser und Reich zu Laboranten.
Aber drei Tage sperrte er sich gegen alle Welt, auch gegen die ihn viel anflehende Helena ab und ließ niemand an sich heran, fastete auch und war gänzlich verstört und heruntergekommen, als er wieder in seiner geöffneten Türe erschien und Auftrag gab, alles zur Abreise nach Innsbruck zu rüsten.
Denn schneller, als er selber dachte, war der Befehl vom Kaiser gekommen, die Arbeit im Felsenloch zu beginnen.
Faust konnte wieder lächeln. Er lächelte böse. „Gold.“ Da wurde selbst der grämlich gleichgültige Kaiser, in dessen Reiche die Sonne nicht unterging, und der sich, gelangweilt, nur mehr an die Größe Gottes anzulehnen schien, eilfertig wie ein hastiger Jude, dem ein Geschäft entgehen könnte!
Helene Chrysoloras ließ den Kopf sinken, je mehr und leidenschaftlicher ihr junger Vetter in sie redete.
„Ich liebe ihn,“ sagte sie.