„O, laß mich das sein. Es ist schön!“

„Und wenn er dich mit seinen Künsten verzaubert hätte?“

„Ich würde ihm die Hände küssen dafür, daß er sich die Mühe um mich gab, um mich allein auf Erden! Aber so schön und gut ist es mir ja gar nicht vermeint. Er sieht mich nicht, beinahe er allein sieht mich nicht.“

Stainer schwieg betroffen. Auch ihn sah Faust nicht. Er ließ ihn in seine Nähe, denn längst ließ er niemanden mehr an sich heran und selbst den Paracelsus hatte er bald, durch fremder Hände Wut, wieder weggeworfen. Es war entsetzlich, wie dieser eine Mensch, der früher um die Hochmeinung anderer bis zur Großtuerei geworben haben sollte, menschensatt geworden war. Alle Lehrer trachteten und warben, offen oder versteckt, um ihre Jünger und brauchten sehr diese durstigen Ohren nach ihrem recht billigen und erbärmlichen Wort. Der allein benötigte niemandes auf Erden mehr. Darum war ihm Sympert vor allem nachgezogen.

Ob er dem Faust auch noch verfallen blieb, wenn der ihn endlich doch vertrauend an sich zöge und sein Wesen vor ihm ausleerte, das ja, wie bei allen Vergänglichen, endlich auch zu Ende gelernt sein mußte? Ja: Und die Helena nicht auch? Alle warben um sie, — nur nicht der unheimliche Fremde. Wenn auch der um sie warb? Vielleicht war das unvernünftig verwöhnte und eitle Mädchen damit satt?

Er sah nach der Base, denn wenn sie sein Schweigen und Nachsinnen mit Ärger oder mit Mißtrauen vermerkte, so war schon vieles gut. Aber das Mädchen schien ihm bloß dankbar zu sein. Sie nahm ihn, als er wieder reden wollte, an der Hand, drückte sie und legte ihm die andere Hand an den Mund. Er sollte weiterschweigen, sie war so froh.

Nein, da schwieg er nicht. „Noch einmal, er ist alt.“

„Dann ist er vollendet und am Ziele der größten Bahn, die ein Mensch jemals durchlaufen hat.“ Das Mädchen hatte sich Zeit und Mühe nehmen müssen, um überhaupt so gefällig zu sein, Antwort zu geben.

„Er ist nicht einmal schlank oder gut gewachsen!“

Helena sah auf. „Dem Wuchse sollte ich, ich nachgehen?“