„Du bist so einer, was die Welschen Bravo nennen?“ fragte Stainer mit Grauen.

„Ich bin sein Diener, weiter nichts; das merk dir. Du hast gesehen, wie weit die beiden sind. Du weißt nicht, ob du dawider sein sollst oder dafür?“

„Wahrhaftig, das weiß ich nicht,“ stammelte der junge Mensch.

„Na. Ich will dir Zweifel und Mühe bald abnehmen.“

„Mann,“ sagte der Student traurig: „Das wird kaum notwendig sein; denn er selber sinnt sich nichts anderes, als seinen Tod.“

„Mag ehedem gewesen sein; ehe er das Mädel hatte.“

Der junge Mensch griff sich nach dem Herzen. Wenn der Meister um des Weibes willen, um seiner sehnlich Begehrten willen, abstand von dem Übergroßen und sich im Getändel niederließ, dann war für ihn das allerletzte dahin. Daß er die Helena erst hinnahm, aber dann dem Gott, mit höhnischem Dank, wieder zustellte, das hätte er ihm zugetraut. Aber daß der weitgewagteste aller Menschen — — Nein!

„Der gibt sich weder gefangen, noch gibt er sich zufrieden,“ sagte Stainer endlich. „Laßt ihn. Er wird Euren letzten Dienst nicht brauchen. Auch könnt Ihr ihm nicht an. Nur er sich selber. Und das wird geschehen.“

Der fremde Mann trat kurz lachend in die Nacht zurück und Sympert sah, wie lang der Oberleib des kleinen Kerls war und wie abscheulich krumm und verdreht seine Beine. Ihn ekelte.

Was alles dem Meister nach dem Leben strebte, das er doch selber längst verachtete! — Aber wenn sich der Faust dennoch auflöste in dieser späten Liebe?