Der Riß zwischen Kalkfels und Porphyr, der bis zu den Feuergründen der Erde führen sollte, war nicht mehr.

Der ihn nützen hatte wollen stand aber immer noch, weitaufgerissenen Auges und ragend, und beinahe erwartend da. Rundum schmetterten die Steine hernieder und zerschleuderten Mensch und Wagen und Zugvieh. Er stand und starrte und lauschte.

Eine unermeßliche Wolke von Staub und Rauch hüllte die ganze Gegend ein. Ihrer inmitten stand und wartete immer noch der Faust. Er blieb ungetroffen, blieb innerlich ebenso unberührt vom Entsetzen des Geschehens. Er hatte nichts als eine grenzenlose Verwunderung, ein Ringen nach Erklärung in sich, und einen heißen Schreck: „Hei, zerreißts wohl jetzt die Erden?“

So ungeheuerlich war der Satanspfiff aus der Riesenflöte gefahren, daß der Faustus wirklich glaubte: „Ich hab’ den jüngsten Tag angerichtet, mag alles mit mir zum Teufel sein.“ Mehr und anderes dachte er nicht, wie denn, im Augenblick des Allergräßlichsten, dem Menschen oft weder Verstehen, noch Entsetzen, noch große Worte und Begriffe zu Gebote stehen, sondern zumeist nur ein volkstümlich derber Ausruf.

Aber so lang er auch in der Wolke stand und ihm der Atem klammte, es geschah nichts mehr. Bloß im Berge grollte und rollte und donnerte es noch lange nach.

Dann verzog sich der Rauch. Etwas Sonne kam wieder hernieder und mit namenlos entgötterten Augen sah der Faustus, wie winzig sein Werk sich gehabt hatte.

Es waren etliche Dutzend Knappen erschlagen, die andern waren verkrochen und geflüchtet. Ein paar Zugtiere lagen tot, einige versuchten auf die Beine zu kommen, andere rasten über die Hochfläche wildscheu dahin.

Faust sah noch, wie ein Gespann an den Felsrand kam und abstürzte, sah es haargenau und stand immer noch, — wie gelähmt von so jäher Lösung so entsetzlicher Spannung, — während seine Augen und Ohren gleichmütig weiterzuarbeiten schienen.

In der Nähe kniete die Chrysoloras und schluchzte.