Da glitt das Mädchen an Lachners Rücken nieder, rannte auf den Straßendamm, hob die weggeschleuderte Mütze auf und klopfte säuberlich den Staub heraus. Mit kleinen, wiegenden Schritten kam sie zurück, den Arm vorgestreckt. »Hier ist sie,« sagte sie und sah den wiedergewonnenen Freund von unten herauf an. »Sie is wirklich nicht schmutzig geworden.«

»Gib her,« knurrte der Laurenz grob, riß ihr die Mütze aus der Hand und stülpte sie auf den Kopf. Dabei verzog er das Gesicht.

»Hab’ ich dir arg weh getan, Laurenz?«

»Ich blut’,« sagte der Junge wehleidig und tippte mit dem Finger auf die Schläfe. »Du hast mich gekratzt.«

»Zeig!« Sie hob sich auf den Fußspitzen und betrachtete aufmerksam den Riß an seiner linken Schläfe.

»Hast du kein Pflasterpapier?«

»Ich hab’ keins.«

»Und du, Moritz? Gott, so mach doch.«

Moritz Lachner holte umständlich ein großes Bügelportemonnaie aus seiner Hosentasche hervor und brachte ein Blättchen englisch Pflaster zum Vorschein. Bevor er es präsentieren konnte, hatte die Kleine es ihm schon aus der Hand genommen und angeleckt. Er stand beiseite und sah zu.

»Neig dich, Laurenz. So — —!« Sie pappte das Pflästerchen über seine Schläfe. »Jetzt bist du ein Ritter, Laurenz, und trägst eine Narbe, deiner Dame zu Ehren. So — —! Und deine Dame gibt dir dafür einen Kuß.«