»Ich bin schon gestern abend gekommen, Maria.«

Da lief es über sie hin wie ein Frost. »Gestern — abend —?«

Er legte schnell den Arm um sie. »Ich hätte es nicht sagen sollen.«

»Du kannst nicht lügen,« und sie strich sich über die Augen. »Das hab’ ich immer gern an dir gehabt.«

»Setz dich, Maria. Ich will versuchen, es dir zu erklären.«

»Nein,« sagte sie, »das wäre gegen die Abrede. Du bist Herr deiner selbst. Das habe ich mir geschworen, als ich freiwillig mit dir ging. Und daß ich nun seit drei Jahren deinen Namen zu Recht trage, das wird mich doch nicht kleiner gemacht haben. Größer, Joseph, größer. Dein Name legt Pflichten auf.«

»Die ich dir allein überlasse.«

»Du darfst sie mir ruhig anvertrauen. Ich werde dich nie fühlen lassen, daß du dich gebunden hast.«

»Aber ich werde es dich fühlen lassen.«

Nun mußte sie dennoch lachen. »Mein großer Junge,« sagte sie und strich über sein Haar. »Immer die guten Vorsätze. Immer die besten Absichten. Ich weiß das ja und muß dich schon deshalb lieb behalten.«