»Der alte Klaus,« flüsterte die Kleine. »Komm schnell.« Und sie tauchten in den Schatten der nächsten Häuser und entflohen auf den Heumarkt.

Der Schiffer nahm behutsam die Pfeife aus dem Mund und blinzelte hinter ihnen her. »Materdeies, dat wor doch uns Carmche? Mit dem Nixnotz, dem junge Terbroich?« Und er schüttelte mißbilligend den grobgeschnitzten Kopf.

Eben bog eine neue Gestalt um die Ecke, sah sich suchend um und wollte eiligst verschwinden.

»Der Lachners Moritz,« knurrte der Alte befriedigt. »He, du Moritz, op de Heumarkt sinn se. Dat du mr got oppaßt op et Carmche.«

Moritz Lachner fuhr herum. Ertappt und verärgert. »Was geht das mich an?« fragte er trotzig. »Ich bin doch nicht ihre Kinderfrau?«

»Un ich sagen der nor dat ein: dat du mr got oppaßt.« Damit schob er die Pfeife ruhig zwischen die gespitzten Lippen.

»Ich geh’ nach Haus,« sprach der Junge vor sich hin, und nahm doch den Weg zum Heumarkt, »ich geh’ auf der Stelle nach Haus, auf der Stelle.« Nun hatte er das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms des Dritten erreicht, des ersten Preußenkönigs in Rheinlanden. Er kroch gebückt um das Eisengitter herum und lugte nach allen Seiten. Enttäuscht erhob er sich. »Sie werden auf den Altenmarkt gelaufen sein,« überdachte er. »Aber ich geh’ jetzt nach Haus.« Und dann lief auch er auf den Altenmarkt.

Dort entdeckte er sie, wie sie Hand in Hand über den Platz bummelten.

»Ich will mich nicht aufdrängen,« murmelte er, »ich will nicht.«

Am Jan-van-Werth-Brunnen hatte er sie erreicht.