In kleinen Zügen trank der Alte seinen Wein. Das Schlucken wollte nicht recht.
Carmen schmiegte sich an den Vater. »Du!« stieß sie hervor und preßte seinen Arm.
»Wilde,« und er lachte dem heißblütigen Geschöpf vaterstolz in die Augen, »such dir ein ander Vorbild.«
»Nie!« — —
»Es ist italienisch Blut in den Kölnern, Herr Historiker,« sagte Otten, »das muß ertragen werden.«
Draußen senkte sich der Abend. Feuchte Nebel aus den Niederlanden schwebten über der Stadt. Die Väter und ihre Kinder merkten das nicht. Den vier fröhlichen Menschen, die die Gläser klingen ließen, war es, als zöge eine der lauen, gestirnten Nächte Hesperiens auf, die so jung machen, weil ihre Sterne froh machen.
IX
Auf den Straßen Kölns herrschte schon Karnevalsvorfreude. Sie drang aus den Häusern heraus, in denen Frauen und Mädchen geheimnisvoll in Flitterzeug hantierten, um mit Zuhilfenahme vieler Phantasie echte Zigeunerinnengewänder und Prunkbeinkleider orientalischer Haremsfrauen erstehen zu lassen, während die Hausväter angestrengt an ihrem Arbeitstisch saßen, um hinter verschlossenen Türen für die nächste Narrensitzung ihres Vereins einen humoristischen Vortrag gegen die Stadtverwaltung auszuklügeln. Die Kinder tobten mit papiernen Geckenkappen auf den Treppen, rannten auf die Straßen und zogen untergefaßt in langen Reihen über die Trottoirs.
»Fastelowend kütt eran,
Spille mer op der Büsse,