Alle Mädcher kriegen ’ne Mann,
Ich un och min Söster!«
Die ganze Stadt war von dem alten Karnevalsliedchen erfüllt. Die Kleinen sangen es laut, und die Großen, die ihre Stimmen noch für die Fastnachtstage schonten, summten es wenigstens mit, um sich die Melodie wieder geläufig zu machen. Im Anzeigenteil der Zeitungen prangten süße Vertröstungen, der Postassistent, der die postlagernden Sendungen zu sortieren und auszugeben hatte, arbeitete mit Verstärkung, der Humor hob kecker sein Haupt, und Witzworte flogen, schlagfertig pariert, über die Straße her und hin. Abends, wenn die Läden geschlossen wurden, blieben die Mädels länger als sonst an den Ecken stehen und flüsterten miteinander.
»Als was gehst du?«
»Ich maachen mich ne Donna Elvira.«
»Ich maach ner Matros.«
»Puh enä. Da moßte ja en Botz anduhen.«
»Duhst du kein’ an?«
»Willste stell sinn, du nixnotzig Ding?«
»Wat denn? Nachher kriegst du akkerat su en Aschekrützcher op der Stirn als ich.« —