»Lieber Lüttgen, das ist keine Rolle für mich. Ich habe der Dame des Hauses, in dem ich verkehre, meinen Respekt zu erweisen.«

»Das darfst du. Du darfst ihr selbst den Hof machen. Du darfst sogar ihr Freund werden, denn sie hat Eigenschaften, die das erklärlich scheinen lassen. Ich bin ja nicht blind. Nur soll sie dabei erfahren, daß du in erster Linie — mein Freund bist.«

»Und davon versprichst du dir so viel?«

»Für jetzt nicht, aber für mein Alter.«

»So bescheiden also kann man werden,« dachte Otten, »daß man von den Jahren, die da kommen, nur noch Ruhe wünscht ...«

»Was meinst du?« fragte Lüttgen und zog die Uhr. »Wir gehen noch hinüber ins Domhotel. Uns tut eine andere Umgebung not, wenn wir auf eine andere Stimmung reflektieren. Hier ist die Luft jetzt mit Trauertönen geschwängert. Weg damit.«

»Ja,« sagte Otten und erhob sich, »gehen wir.«

Als sie über die Straße schritten, Otten elastisch, der Fabrikant schwerfällig, schob Lüttgen den Arm in den des Freundes.

»Neben dir komme ich mir wie ein Greis vor. Ja — das war einmal.«

»Trink nicht so schwere Sorten,« erwiderte Otten, »das macht sentimental.« — — —