Der nächste Tag war ein Sonntag. Otten war übernächtig am Frühstückstisch erschienen und hatte alsbald einen längeren Spaziergang unternommen, um sich zu erfrischen. Die Gedanken sprangen in seinem Hirn hin und her. Er wollte sie ordnen.
Der Morgen rückte vor. Carmen war zur Elfuhrmesse in den Dom gegangen, und Frau Maria saß untätig in ihrem Sessel und hielt ein Feierstündchen. Sie liebte die hellen Sonntagmorgenstunden, die klarer scheinen als die Morgenstunden anderer Tage. Sie nahm ein stilles Leuchten daraus für die Woche mit.
Unten schlug die Klingel an. Der alte Klaus, der auch seine Feierstunde hielt, öffnete die Haustür. Leichte Schritte kamen die Treppe herauf. Nun klingelte es am Korridorpförtchen. Frau Maria erhob sich, um nachzusehen.
»Herr Doktor Otten zu Hause?«
»Mein Mann ist ausgegangen. Ich bin Frau Otten. Wollen Sie nähertreten?«
»Sehr gern.«
Im Zimmer wies Frau Maria auf einen Stuhl. »Kann ich meinem Mann etwas ausrichten, gnädige Frau?«
»Frau Lüttgen. Der Name wird Ihnen wohl bekannt sein als der eines Freundes Ihres Mannes.«
»Ich hörte ihn gestern. Die Herren hatten eine Verabredung.«
»So geht es. Auch ich hörte erst gestern von Ihnen. Sonst wäre mir sicher nicht der Fehler passiert, Sie nicht ebenfalls zu unserem kleinen Fest zu bitten.«