»Wenn ich einen Domino anziehe, sehe ich aus wie eine Erwachsene. Du, dann sind wir das schönste Paar. Nein, wirklich. Und du weißt es auch selber. Ach, Vater, mach mir doch den Spaß, ich hab dich doch noch nie um was gebeten.«
Er strich ihr über das erhitzte Gesicht. »Na, na, na. Ich tät’s schon. Aber die Mutter wird es nicht erlauben.«
»Wenn du’s ihr nur richtig sagst. Der Laurenz geht auch hin.«
»Soll ich das als Empfehlung nehmen?«
»Der Moritz auch,« sagte sie rasch und blickte den Abiturienten befehlshaberisch an.
»Was? Der Moritz auch? Du willst auf den Gürzenichball, Moritz?«
Moritz Lachner saß mit rotem Kopf. Er fühlte den verwunderten Blick Ottens, aber er fühlte auch die Aufforderung, die in dem Blick des Mädchens lag. »Ja, Herr Doktor,« sagte er, »ich wollte hin. Und ich würde Carmen nicht von der Seite gehen.«
Laurenz Terbroich blinzelte in sein Glas. Otten sah langsam von einem zum andern. »Das scheint mir hier ja eine Verschwörung zu sein. Aber wenn die Sache so hoch veranschlagt wird, daß selbst der Moritz lügt —«
»Herr Doktor, ich gehe ganz wahrhaftig zum Gürzenichball. Und Dominos für uns alle kann ich aus dem Geschäft meines Vaters bringen, der sich sehr freuen wird —«
»Das übrige schenk’ ich dir. Ihr seid ja eine heillose Gesellschaft. Soll ich im Gürzenich vielleicht als Kindergärtnerin auftreten?«