»Vater, sei lieb! Du sollst uns gar nicht merken.«
»Umgekehrt, mein Herzchen. Ich möchte euch sehr bemerken. Aber ich möchte nicht, daß ihr euch auch anderen bemerkbar macht.«
»Ich werde mich doch selbstverständlich wie eine junge Dame betragen.«
»Du bildest dir wohl ein, es schon zu sein, Kindskopf?«
»Sieh mich doch an,« lachte sie übermütig und fiel ihm im Lärm des Saales um den Hals. Da gab er nach.
»Ausgetrunken, ihr Herren. Wir schlagen uns jetzt durch zur Rheingasse. Der rotseidene Teufel wird uns eine Gasse bahnen, und Moritz und ich, Carmen in der Mitte, halten uns dicht an seinen Fersen. Hierher, Kellner. Die Rechnung ... Das wäre abgemacht. Und nun: vorwärts!«
»Alaaf Kölle!« schrie der rote Teufel und sprang aus dem Lokal in den Menschenknäuel, der eine Sekunde stutzte. Otten und Lachner drängten nach. Das Mädchen hing zwischen ihnen. Sie erreichten eine Querstraße und bogen ein. Hier war Luft. Und ungehindert erreichten sie in zehn Minuten die Rheingasse. Moritz Lachner verabschiedete sich. »In einer halben Stunde bin ich zurück. Ich hole nur die Dominos.« Carmen wandte sich auf der Treppe um und winkte ihm nach.
»Maria,« sagte oben Otten zu seiner Frau, »ich habe ein leichtsinniges Versprechen gegeben.«
»Es ist ja heute Karneval, Joseph.«
»Das mein’ ich auch. Man drückt ein Auge zu. Aber nun muß ich es dir wohl sagen?«