»Das ist ja eine prachtvolle Zecherei!« Der Hausherr füllte jedes leere Glas. »Heut wird doch zum Reden getrunken und nicht bloß geseufzt. Du gehörst zu uns, Joseph, zu mir, wollt’ ich sagen. Stoß an. Zum Frühjahr in Godesberg. Mein Landhaus soll Tage erleben, die es sich nicht hat träumen lassen!« Seine Stimmung bekam einen sentimentalen Zug. Er erging sich in Freundschaftsbeteuerungen.

Draußen fuhr ein Wagen vor. Der Kutscher knallte mit der Peitsche. »Die Stunde ist um,« sagte Otten, »bleib sitzen, ich häng’ den Domino über den Arm. Gute Nacht.«

»Vergiß Godesberg nicht,« rief der Hausherr dem Freunde nach. Die Hausfrau gab ihm über den Korridor das Geleit. »Wissen Sie, weshalb ich den Wagen für Sie bestellte?«

»Sicher nicht, damit ich mich nicht erkälten sollte.«

»Weil ich möchte, daß Sie von hier aus sofort nach Hause fahren.«

»Der Grund?«

»Sie sollen heute mit niemandem mehr in Berührung kommen. Die Luft, die Sie aus meinem Zimmer mitnehmen, soll um Sie bleiben. Das ist — mein Gastgeschenk.«

»Gute Nacht, gnädige Frau.«

Er saß im Wagen und summte die Melodie, die er im Ohre hatte. Aus dem Gürzenich, aus dem Musikzimmer Frau Amelys. Dabei hob er die Hand und strich den Schnurrbart zur Seite. Was war das? Frau Amely — —? War sie seinen Gedanken so nahe, daß er den feinen Duft verspürte, der von ihr ausging? — Er lächelte. Der Duft kam von seiner Hand. Und seine Hand hatte auf ihrer Schulter gelegen. ...

»Sie kennt alle Hexenbräuche,« sagte er sich. Und von Zeit zu Zeit strich er sinnend über den Schnurrbart....