Auf dem Bahnhof erkundigte er sich nach der Villa Lüttgens. Sie lag abseits, in einer ausgewählten Einsamkeit, von einem mächtigen Park umgeben. »Die Herrschaften sind bereits eingezogen,« teilte ihm der Stationsvorsteher mit. Die Herrschaften. Also beide. Trällernd marschierte er seine Straße. Ihm war jugendselig zu Mut.
»Der Joseph! Der Joseph! Die erste Lerche steigt! Herein, herein!«
»Wer ist da?« fragte Frau Amely aus ihrem Schaukelstuhl heraus, der auf der Veranda in der Sonne stand.
»Der Joseph Otten! Da bist du ja, Alter. Wortfest wie ein alter Ritter. Nein, diese Überraschung, diese Überraschung —!«
Aufgeregt klopfte der Hausherr an dem Gast herum, als müsse er sich überzeugen, daß er ihn heil und wohlbehalten habe, schüttelte ihn am Rock und schob ihn endlich auf die Veranda.
»Ah, Herr Doktor — —! Sie haben uns in der großen Welt nicht vergessen?«
»Ein Vöglein sang mir vom Wonnemond in Godesberg.«
»So? Sie unterhalten Beziehungen zu Godesberg? Ach ja, die Minnesänger verstanden ja auch die Vogelsprache. Aber nun sind Sie hier. Überraschend oder nicht. Sie sind uns herzlich willkommen.«
»Das freut mich,« sagte er und kämpfte zwischen Ärger und Spott.
Der Fabrikant drückte ihn in einen Gartensessel. »Ich finde noch gar keine Worte. Nur das eine: Hier gehst du vor Anker. Nur über meine Leiche führt der Weg ins Freie. Vögelchen, nun bist du im Garn.« Und wieder klopfte er an dem Freunde herum, besann sich, fragte nach dem Gepäck und lief hinaus, den Diener zum Bahnhof zu schicken.