Joseph Otten lehnte im Sessel und blickte in den Garten, der sich im Park verlor. Neben ihm wippte taktmäßig der Schaukelstuhl. Nun hielt er inne. Ein schlanker Körper beugte sich vor. Feine, feste Finger umspannten die seinen. »So ... Ich will meinen Willkommensgruß für mich allein. Seien Sie mir willkommen. Ich habe die Stunden abgezählt und wußte, daß Sie in dieser Stunde kamen.«
»Nur Sie wußten es?«
»Ja.«
Ihre grauen Augen lächelten ihn an. Sie suchten die seinen nach Kinderart. »Böse?« — Und sie sank in den Schaukelstuhl zurück, der sofort seinen taktmäßigen Rhythmus erhob. Der Hausherr kam außer Atem durch die Halle.
»Was befiehlt mein hoher Gast? In einer halben Stunde wird zu Mittag gegessen. Wir sind hier pünktlich auf dem Lande. Aber eine halbe Stunde genügt zwei mannbaren Leuten —«
»Drei,« warf eine Stimme aus dem Schaukelstuhl ein.
Lüttgen stutzte. »Du auch? Große Ehre. Genügt also drei mannbaren Leuten, um sich bei den Göttern durch ein Trankopfer in Kredit zu bringen. Was? Das ist zugleich poetisch und kaufmännisch gesprochen. Per Prokura Otten, Lüttgen und Kompanie. Bleiben wir unserer alten Fahne treu? Mit Rheinwein füllt die Becher? Sträub dich nicht, Russensieger, nur ein Glas zum Willkomm.«
Frau Amely hielt ihren Stuhl an. »Diesmal hol’ ich den Wein. Sie sollen doch eine Hausfrau vorfinden, Sie entwöhnter Weltenfahrer. In diesem Hause bin ich die Wirtin.«
Die Herren sahen ihr nach. »Wenn sie will, hat sie Charme,« sagte der Fabrikant sarkastisch. »Und sie will.«
»Immer noch kein Ausgleich, Lüttgen?«