»Hast du schon Grund? Wenn ich so geringe Tiefen habe, lohnt es wirklich nicht, und du hast recht.«
Er sah zu ihr hinüber und lächelte. Und während er lächelte, sah er, wie schön sie war. »Deine Melancholie ist ein Fallstrick, und dein Zorn ist es auch. Jetzt wirst du noch an meine Ritterlichkeit appellieren.«
»Ich appelliere nicht.«
Er ging durch das Zimmer und nahm vom Flügel eine Mandoline. Leise strich er mit dem Finger darüber, horchte auf und stimmte wieder. Es war ganz still.
»Ich möchte gern eine Stimme hören, und wenn es die meine wäre.«
Von der Tür kam keine Antwort.
»Damit wir wissen, daß wir nicht gestorben sind.«
Sie rührte sich nicht.
Er zog einen Stuhl heran, setzte sich rittlings darauf und legte die Arme über die Lehne. »Es war in Neapel. Ich saß am Meer, vor einem Hotel der Via Partenope. Das Herz pochte und stellte tausend Fragen, die ein Mann allein gar nicht beantworten kann. Da sang ein junges Frauenzimmer ein Bänkelliedchen ...«
Er präludierte und sang mit halblauter, werbender Stimme: